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Kultur

Sprachplauderei: Bald ist Southside-Zeit

Sprachplauderei: Bald ist Southside-Zeit
Sprachplauderei: Bald ist Southside-Zeit
colourbox.de/hil

Ravensburg wavo Zwar schwört man sich immer wieder, die Importe aus dem Englischen in unserer Sprache hier nicht mehr zum Thema zu machen, weil diese Springflut eh nicht mehr einzudämmen ist. Aber dann reizt irgendein Ereignis doch wieder zum Wortbruch: Unlängst fuhr ein Wagen des Paketdienstes DHL durch die Straße. Darauf in großen Lettern: Excellence. Simply delivered. Was da auf seinem Auto prangt, nämlich in etwa Vorzüglichkeit. Einfach geliefert, wusste der Fahrer nicht. Aber wer weiß es eigentlich? Nicht umsonst kursiert im Internet eine hübsche Übersetzung: Exzellenz, die Geburt war einfach!

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Immer wieder begeistern mich die köstlichen Sprachplaudereien Rolf Waldvogels, aber diesmal muß ich ausnahmsweise mal meinen Zeigefinger erheben, weil meine hochgeschätzte Sprachkoryphäe selbst in eine linguistische Falle getappt ist. Denn ein „Servive Point“ ist lediglich eine englische Vokabel, aber keineswegs ein „Anglizismus“! Unter einem Anglizismus versteht man eine englische Spracheigentümlichkeit, die, in eine andere Sprache übertragen, gegen deren Sprachgebrauch verstößt, also die Übertragung einer für das britische Englisch charakteristischen Erscheinung auf eine nichtenglische Sprache. Geläufige Beispiele sind „feuern“ im Sinne von hinauswerfen (engl. to fire), „einmal mehr“ im Sinne von noch einmal (engl. once more), „realisieren“ im Sinne von einsehen (engl. to realize) oder auch „basiert“ im Sinne des im Deutschen intransitiven basierend (engl. based). Und wenn etwas „kommuniziert“ oder „dominiert“ wird, so handelt es sich ebenfalls um wenig originelle Anglizismen, ist doch der transitive Gebrauch auch hier nur im Englischen möglich. Was dagegen die geistlos nachgeplapperten „Highlights“, „Events“ usw. angeht, mit denen sich ein Heer von Wichtigtuern lächerlich zu machen pflegt, so sind diese eben keine Anglizismen, sondern Ausfluß einer Haltung, die kaum noch mit „Anglophilie“ zu bezeichnen ist, sondern eher mit „Anglomanie“, ohne daß man deswegen einer „Anglophobie“ geziehen werden könnte. mehr

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