Studenten richten sich für längere Hörsaal-Besetzungen ein
Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) lobte ein Sprecher der Protestler, dass die Uni-Leitung mit ihnen offen diskutiere. „Unsere Kritik wird gehört und teilweise auch geteilt.“ So sähen auch viele Professoren Reformbedarf bei den Bachelor- und Master- Studiengängen. Auch an anderen Hochschulen setzen die Protestbündnisse auf Kooperation — die Tübinger Besetzer zogen in einen anderen Hörsaal um.
„Wir arbeiten ja ständig zusammen mit den Studenten an Verbesserungen, etwa der Studienordnung“, sagte ein Freiburger Uni- Sprecher. So sei zusammen mit der Studierendenvertretung ein Erfolg bei der „Exzellenz in der Lehre-Initiative“ erreicht worden. Dass allerdings der größte Hörsaal besetzt gehalten werde, gehe zulasten der anderen Studenten. „Heute mussten wir eine Jura-Klausur in zwei Hörsäle verlegen — das ist schon ein Riesenaufwand.“
In Stuttgart dauerte die Hörsaalbesetzung ebenfalls an. In Heidelberger teilte das Protestbündnis mit, dass es sich mit der Leitung der Universität geeinigt habe, den Hörsaal Audimax für den Informationstag für neue Studenten zeitweise zu räumen. Die protestierenden Studenten kündigten an, sich auf längere Besetzungen einzurichten. Unter anderem sind Vorträge, alternative Lehrveranstaltungen und auch Partys geplant.
Die Landtagsfraktion der Grünen beantragte unterdessen, kommende Woche im Landesparlament über die Studierendenproteste zu debattieren. Vor allem die Umsetzungsfehler der sogenannten Bologna- Reform mit Bachelor- und Master-Abschlüssen müssten schonungslos angesprochen werden.
(Erschienen: 18.11.2009 17:40)







