Schüler bringen Krankenbetten in den Kosovo
Von unserem Mitarbeiter Jürgen Woidschützke.
Zwischen 18 und 25 Stunden werden sie bis in den Kosovo brauchen, schätzt die 18-jährige Ann-Marie Drusenbaum, die sich zusammen mit der gleichaltrigen Judith Weber und dem 20-jährigen David Voigt vor über einem Jahr das Ziel gesetzt hat, einen Hilfsgütertransport in den Kosovo zu organisieren.
Gemeinsam engagieren sie sich im seit 2003 bestehenden Verein „Jugend für Zukunft“, in dem junge Menschen bis 25 Jahre aktiv sind. Der Verein hat schon verschiedene Projekte im Kosovo organisiert, unter anderem kümmert er sich um Spenden für die Finanzierung von Schulbesuchen.
Für den Transport gesammelt werden sollten medizinische Geräte für Krankenhäuser sowie Computer für Bildungseinrichtungen. „Wir haben hauptsächlich Universitäten und Kliniken angeschrieben“, so Ann-Marie Drusenbaum. Insgesamt seien 93 Computer mit Zubehör und Flachbildschirmen zusammengekommen sowie Krankenbetten, Defibrillatoren und sogar OP-Besteck. Damit die Computer genutzt werden können, wurde auf jeden einzelnen ein Betriebssystem aufgespielt.
Die UNO (Organisation der Vereinten Nationen) bezeichnet die medizinische Versorgung im Kosovo als eine der schlechtesten in Europa. „Auch wir konnten uns davon überzeugen, als bei einem Besuch im Sommer, bei dem unter anderem Kontaktpersonen ausfindig gemacht werden sollten, ein gebrochenes Bein uns ins Krankenhaus der Hauptstadt führte“, erzählt Ann-Marie Drusenbaum.
Der Transport der medizinischen Geräte erfolgt durch ein Logistikunternehmen aus Wien. Besonders froh sind die jungen Leute über die große Unterstützung, die sie von allen Seiten erfahren hätten. Die Stadt Wangen stellte das VR-Mobil für die Fahrt zur Verfügung, der Zoll versiegelte den LKW, in Isny konnten die Materialien eingelagert werden und die Stiftung „Jugend hilft“ unterstützte das Projekt mit 2000 Euro. Auch die Wangener Waldorfschule hat die Organisatoren finanziell unterstützt. Am „One world day“ gehen Siebt- bis Zehntklässler einen Tag lang in Firmen um zu arbeiten. Der Erlös von über 5300 Euro kam dem Projekt zu gute.
Der 13 Meter lange LKW hat sich bereits vor den Schülern auf den Weg gemacht. Die Schüler werden in einer Familie unterkommen und haben einen eigenen Übersetzer.
(Erschienen: 11.04.2010 14:35)








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