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Ulm

„Christoph 22“ rettet bei 1457 Einsätzen fast 1400 Patienten

Der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 22" startet beim BWK am Oberen Eselsberg zum Einsatz.
Der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 22" startet beim BWK am Oberen Eselsberg zum Einsatz.

(Ulm/gol) Vorführung geglückt: Die Pressekonferenz zum „Tag der Luftrettung“ im Hubschrauber-Hangar am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BWK) ist noch in vollem Gange, da klingelt es zum Einsatz. Nur Sekunden später hebt „Christoph 22“ ab. Über mangelnde Auslastung kann sich der Ulmer Rettungshubschrauber auch 2009 nicht beklagen.

1457 mal schwebte der fliegende Notarztwagen 2009 zu Notfällen in der Region, dabei transportierte er 1386 Patienten. Damit wurde der Rekord vom Vorjahr, als der Helikopter über 1500 mal abhob, knapp verfehlt. Schuld daran war laut Oberstarzt Matthias Helm vom BWK das schlechte Wetter zum Jahresende. Bei dichtem Schneefall oder Nebel muss „Christoph 22“ am Boden bleiben. Voraussichtlich Anfang Februar feiert der Hubschrauber seinen 10 000. Einsatz, seit 2003 die Zusammenarbeit zwischen ADAC und BWK begann.

In Ulm stellt der Automobilclub Piloten und Hubschrauber, die Bundeswehr die Ärzte und Teile der Crew. „Eine mustergültige Kooperation“, lobte gestern auch Günter Knopf, Vorsitzender des ADAC Baden-Württemberg. Und das, obwohl es zu Beginn beiderseits durchaus Berührungsängste gegeben habe, wie Knopf zugab. Helm hob hervor, dass der ADAC sich auch finanziell stark engagiere. „Was mit den Kassen abgerechnet wird, entspricht nicht den tatsächlichen Kosten“, sagte der Oberstarzt. Laut Knopf investiert der Automobilclub pro Mitglied und Jahr 50 Cent in die Luftrettung.

Durch die Zusammenarbeit entstehen auch neue Erkenntnisse und Innovationen. So nimmt die Rettungsstation an einem ADAC-Forschungsprojekt teil, für das sie Daten von Verkehrsunfällen übermittelt. Diese sollen helfen, zukünftige Fahrzeuge sicherer zu machen. Umgekehrt ist inzwischen auf allen ADAC-Hubschraubern eine Ausrüstung für intraossäre Punktion (das Legen eine Zugangs für Infusionen über das Knochenmark) vorhanden – eine Technik, die in Ulm seit 15 Jahren erprobt wird.

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Bei ihrer Arbeit auf dem Helikopter kommt den Bundeswehr-Medizinern natürlich auch zugute, dass sie durch ihre Auslandseinsätze Erfahrungen sammeln konnten. Als Beispiel nannte Helm den Einsatz von Hämostyptika, die zum Stillen starker lokaler Blutungen verwendet werden. Auch einer Patientin in der Region konnte durch ein solches Präparat, das sonst in der Militärmedizin zum Einsatz kommt, das Leben gerettet werden.

Auch im laufenden Jahr, in dem der ADAC „40 Jahre Luftrettung in Deutschland“ feiert, ist „Christoph 22“ natürlich wieder in den Lüften unterwegs – und das neuerdings durch „Rescue Track“ auch für die Leitstellen immer sicht- und ortbar. „Dadurch sind wir noch schneller und effektiver einsatzfähig“, so Helm. Damit fliegt „Christoph 22“ der nächsten Marke entgegen – und einem Jubiläum: 2011 wird es 20 Jahre her sein, dass in Ulm zum ersten Mal ein Rettungshubschrauber startete.

(Erschienen: 26.01.2010 19:00)


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