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Laichinger Alb

Archäologen sind Steinzeit-Jägern auf der Spur

HEROLDSTATT - Auf der Suche nach einer versunkenen Welt hat Archäologe Rudolf Walter mit seinem Team in Heroldstatt gegraben. Filmemacher Uwe Krüger, von dem auch der Film über die Laichinger Tiefenhöhle stammt, hat die Arbeit des Grabungs-Teams dokumentiert. Die Fundstücke erzählen die Geschichte von Rentier-Jägern aus der Altsteinzeit vor 13000 Jahren.

Von unserer Mitarbeiterin Jutta Kriegler

So mancher einheimische Spaziergänger wunderte sich über die seltsamen Aktivitäten im Baugebiet "Hinter den Pfarrgärten": Ein Grabungs-Team machte sich dort an die Arbeit - auf einem Bauplatz, der noch gar nicht verkauft ist und derzeit noch der Gemeinde Heroldstatt gehört. Wer jedoch seiner Neugierde nachgab und sich näher herantraute, konnte Filmemacher Uwe Krüger und dem Archäologen-Team von Rudolf Walter aus Schelklingen bei der Suche nach der versunkenen Welt der Steinzeitmenschen über die Schulter schauen.

Ihr Auftrag: Der Film soll die Arbeit von Archäologen dokumentieren, die aus unscheinbaren Fundstücken Geschichten von Rentier-Jägern aus der Altsteinzeit herauslesen. Ihre Hinterlassenschaft: ein Feuersteinmesser, ein Knochendolch und eine Harpune mit einer Spitze aus Rentiergeweih. Ihre Geschichte: Die Steinzeitjäger haben ein Rentier erlegt. Die abgebrochene Speerspitze, das stumpfe Messer und die Beinknochen haben sie zurückgelassen. Die Beute wurde ins Lager geschleift.

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So geschehen vor 13 134 Jahren in Heroldstatt-Ennabeuren auf dem Hügel "Hinter den Pfarrgärten"? - Nicht ganz. Die Geschichte stimmt, doch sie hat sich an einem anderen Ort abgespielt - im Lonetal bei Heidenheim, wo vor zwei Wochen der erste Teil des Films gedreht worden ist. Die Hauptrolle spielt Archäologe Rudolf Walter - als stilecht gekleideter Steinzeitjäger. Eine ähnliche Rolle hatte der Schelklinger Archäologe auch schon in Herold-statt: Vergangenen Sommer war er der Star bei einem Kurs im Heroldstatter Feriendorf - als Schamane mit Geweih auf dem Kopf (wir berichteten).

Kulturlandschaft entsteht

Doch was ist dran an der Geschichte über die Steinzeitjäger vor rund 13 134 Jahren? Warum wurde in Heroldstatt gedreht, wenn die Jäger in Wirklichkeit durchs Lonetal gestreift sind? Ist am Ende alles nur erfunden? - Nicht ganz. Der Drehort wurde vom Lonetal nach Heroldstatt verlegt, weil zwischen den beiden Szenen ein Zeitsprung liegt: "Wir befinden uns hier sozusagen in einem Parallel-Universum", sagt Rudolf Walter: Nach tausenden von Jahren - ob es genau 13134 waren oder ein paar mehr, weiß niemand - hat sich die steinzeitliche Heidelandschaft mit ihren typischen Tieren und Pflanzen in eine neuzeitliche Kulturlandschaft verwandelt - mit Straßen und Autos, Häusern und Neubaugebieten.

Bei der Erschließung kommen manchmal steinzeitliche Fundstücke zum Vorschein - so die Geschichte des Films, der mit gestellten Szenen die Zeit der Steinzeitjäger vor 13134 Jahren wieder aufleben lässt. Allerdings so real, dass es wirklich so gewesen sein könnte - auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse: Die Steinzeitjäger sind nicht nur durchs Lonetal gestreift, sondern auch über die Schwäbischen Alb - vielleicht sogar über die Hügel von Heroldstatt.

"Dabei gewesen ist keiner von uns", sagt Experimental-Archäologe Rudolf Walter. "Aber bei einer Distanz von 13 134 Jahren braucht man neben der Wissenschaft eben auch ein bisschen Phantasie."

(Erschienen: 29.03.2008 00:06)


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