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Laichingen
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Arbeit wird mit Dankbarkeit honoriert

LAICHINGEN - Am liebsten würde das Laichinger Zahnarzt-Ehepaar Dr. Leonie Moll-Knupfer und Dr. Wolfgang Knupfer morgen wieder ins indische Ladakh reisen. So viele positive Erinnerungen haben beide an die karge Berglandschaft, in der sie in diesem Sommer wieder zwei Wochen lang unentgeltlich gearbeitet haben.

Wenn Knupfers verreisen, dann haben sie im Gepäck nicht vorrangig Kleidung, sondern Material zur Zahnpflege und kiloweise Medikamente. Für die Kinder im indischen Ladakh, wo Leonie Moll-Knupfer regelmäßig als Zahnärztin im "Mahadbodhi Int"l Meditation Centre" arbeitet. Strandurlaub macht das Zahnarzt-Ehepaar nie. "Wir können uns später noch genug ausruhen", sagt Wolfgang Knupfer. Wichtiger ist den Laichingern, zu helfen, wo es geht. "Etwas von den Privilegien, die man selbst hatte, weiterzugeben", sagt Leonie Moll-Knupfer.

2006 reiste die heute 48-Jährige erstmals in die dünn besiedelte Kaschmir-Region nahe der pakistanischen Grenze, wo es kein fließend Wasser gibt, selten Strom, unregelmäßig eine Telefonverbindung. Ganz zu schweigen von einer ärztlichen Versorgung. Zur Schule gehen die Kinder im "Mahabodi Int"l Meditation Centre", das eine Mischung aus buddhistischem Kloster, Internat, Hospital und Altersheim ist. Es wurde 1986 von einem buddhistischen Mönch gegründet.

Die dortige Zahnstation gibt es seit Anfang der 90er-Jahre. Zahnärzte aus Süddeutschland arbeiten dort in den Sommermonaten von Mai bis September ehrenamtlich. Eine von ihnen ist Leonie Moll-Knupfer. 2006 fing sie dort mit der Zahnprophylaxe an, ging in die Schule und überzeugte die Lehrer von der Wichtigkeit der Untersuchung und der Dringlichkeit des richtigen Zähneputzens bei Kindern. "In Ladakh läuft sonst alles sehr langsam, keiner hält sich genau an Termine", erklärt die Ärztin. "Aber damals hat es keine zwei Stunden gedauert, bis die ersten Kinder zur Station kamen."

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Laichinger spendeten

Mittlerweile sind Spendenaktionen für das Mahabodi Centre ins Rollen gekommen. Auch in Laichingen wurde gesammelt. Zum Beispiel bei der Sternsinger-Aktion der katholischen Kirchen 2008 und 2009. Beide Male kamen etwa 4500 Euro zusammen. Von dem Geld wurden die Waschräume im Mädchen-Internat renoviert und Betten gekauft. "Vorher schliefen die Kinder auf harten Pritschen mit dünnen Decken", sagt Moll-Knupfer. Teilweise bei bis zu minus 30 Grad im Winter. Jetzt gibt es Hochbetten mit Matratzen und warmen Decken, berichtet sie. Und in den Waschräumen Duschen mit warmem Wasser. Früher wurde mit einem Ofen einmal pro Woche das Wasser erhitzt. Die 200 Euro, die die Laichinger Martin-Schule bei ihrer Weihnachtsfeier sammelte, seien auch in die Neuanschaffung der Betten gegangen. Und vom Erlös aus Altgoldaktionen der Knupfers wird das Zahnmedizin-Studium einer ehemaligen Schülerin des Mahabodhi Centers finanziert, die später die Zahnstation in Ladakh leiten soll.

"Wenn man fremdes Geld in die Hand nimmt, will man sicher sein, dass es an den richtigen Stellen ankommt", sagt Wolfgang Knupfer. Bei ihrer Reise haben sie sich davon überzeugt. Nächstes Jahr wollen sie wieder ehrenamtlich in Ladakh arbeiten. "Was uns dorthin zieht, ist die verbindliche, herzliche und dankbare Art der Menschen", sagt Wolfgang Knupfer.

(Erschienen: 23.07.2009 00:06)


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