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Tuttlingen

Hochschule in spe sucht die fähigsten Professoren

TUTTLINGEN - Während die als sicher geltende Zustimmung des Stuttgarter Kabinetts für die Tuttlinger Außenstelle der FH Furtwangen noch aussteht, gehen die Überlegungen der Organisatoren schon einen Schritt weiter: Wie füllt man den Campus mit Leben, sprich mit Menschen? Die Losung heißt offensiver Umgang mit eigenen Stärken.

Von unserem Redakteur Sven Kauffelt

Der Partner ist gewonnen, das Geld steht bereit, jetzt warten die Organisatoren noch auf das Okay aus Stuttgart. Dann steht er endgültig, der Rahmen für eine Tuttlinger Hochschule. "Aber die eigentliche Arbeit fängt dann erst an", weiß Professor Peter Anders, der das inhaltliche Modell der Tuttlinger Ingenieursschmiede entworfen hat. "Rund 15 Professoren", schätzt der Furtwanger Rektor Rolf Schofer, wird man für die drei Studiengänge Medizintechnik, Fertigungstechnik und Feingerätetechnik brauchen.

Das normale Ausschreibungsverfahren ist staubtrocken und läuft über behördliche Wege: Ein Ausschreibungstext mit vielen Klauseln, Paragrafen, der kaum Raum lässt, um Innovationen, neue Lehransätze zu vermitteln. Genau das soll aber passieren: "Wir müssen es schaffen, fähige Professoren zu finden, die die Neuerungen des Tuttlinger Modells nicht als Belastung, sondern als Chance sehen", sagt Peter Anders. Im gängigen Ausschreibungsverfahren ist aber nicht vermittelbar, dass in Tuttlingen ein neuer Ansatz verfolgt werden soll.

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"Hier passiert etwas Neues"

Die Köpfe der neuen Hochschule sollen daher über zwei Kanäle gefunden werden: in der Wirtschaft und im Hochschulwesen. Weil ein Teil der angepeilten 15 Professoren direkt aus der Wirtschaft rekrutiert werden soll, sollen auch die beteiligten Unternehmen bei der Suche helfen. "Da wie im Hochschulwesen wird es unsere Aufgabe sein, die Botschaft zu vermitteln ,Hier passiert was ganz Neues"", so Peter Anders. Das müsse in den jeweiligen Wirtschaftsbranchen und in der Hochschullandschaft publik gemacht werden - durch einen offensiven Umgang mit den eigenen, neuen Stärken.

Erik Bethkenhagen, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der renommierten Beratungsagentur Kienbaum, sieht das ganz ähnlich: "Diese Hochschule ist eine Riesenchance, weil auch die Dichte der Industriebranchen im Landkreis einmalig ist", sagt er. "Wenn es gelingt, die Hochschule als Ideenschmiede bekannt zu machen, dann macht man die Arbeit dort auch guten Dozenten schmackhaft."

Auch bei der nicht zu unterschätzenden Aufgabe, Abiturienten zum Studium in Tuttlingen zu bewegen, sieht Bethkenhagen den Schlüssel darin, die Stärken der Industrie herauszukehren: "Man muss deutlich machen, dass hier Geräte hergestellt werden, mit denen die besten Chirurgen der Welt am offenen Herzen operieren, die einen Mercedes erst zu einem Mercedes machen oder in denen getestet wird, wie lange Geldscheine eigentlich haltbar sind." Marketing klassischer Prägung. Auch eine Frage des Geldes.

(Erschienen: 20.11.2007 00:08)


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