Deponie soll mindestens 100 Jahre dicht halten
Seit Ende 2008 wird der Kassenbereich mitsamt der alten Waage umgebaut. "Sie wurde seinerzeit konzipiert für die Müllanlieferung aus dem Landkreis Tuttlingen und dem nördlichen Schwarzwald-Baar-Kreis", erläutert Dirk Hausmann, Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft in Villingen-Schwenningen. Da inzwischen auch Müll aus anderen Regionen in Talheim deponiert wird, reichte die Kapazität der einen Waage nicht mehr aus. "Es gab lange Wartezeiten - und die kosten die Speditionen Geld", sagt Hausmann. Deshalb werden für rund 750000 Euro unter anderem zwei neue elektronische Waagen eingebaut. Einen Teil dieser Summe machen zudem die Anlage veränderter Zufahrten und der Bau eines neuen Betriebs- und Wiegegebäudes plus Überdachung aus. Auch der Bau einer Übergabestelle für Elektro-Altgeräte wird mit dem Geld finanziert, zudem wird die Fahrzeughalle saniert. "Die ersten Erfahrungen mit der neuen Waage sind positiv - es geht reibungsloser", sagt Hausmann.
Noch umfangreicher ist das Großprojekt, das im Frühjahr im Tuninger Teil der Deponie in Angriff genommen wird. Er wurde 1997 geschlossen, nachdem die Kapazität erschöpft war. Um sie abzudichten, hatten die Betreiber unter anderem zwei Lagen verdichteten Lehm über dem Abfall angebracht - um so zu verhindern, dass Gas entweicht und aus der anderen Richtung Niederschläge eindringen, die Schadstoffe auswaschen könnten.
Sichere Sache
In diesem Jahr soll nun die endgültige Oberflächenabdichtung angebracht werden. Über die jetzige mineralische Dichtung wird eine Sandschicht gelegt, darüber eine 2,5 Millimeter dicke Kunststofffolie. Es folgt eine zehn Zentimeter starke Schotterschicht und über dieser zwei Meter Mutterboden. "Damit ist die Sache sicher", meint Hausmann - schränkt jedoch ein, dass Langzeiterfahrungen mit derartigen Oberflächenabdichtungen noch fehlen. Das Verfahren werde seit zehn Jahren auf anderen deutschen Deponien angewandt, "es soll mindestens 100 Jahre Schutz bieten". Um ganz sicher zu gehen, werden in den Mutterboden Bäume gepflanzt. "Wenn dann in ferner Zukunft die Dichtung brüchig würde, hätten wir einen geschlossenen Bewuchs, der verhindert, dass Niederschlag eindringen kann."
Bis 2011 soll das Projekt abgeschlossen sein. Eine "besondere Herausforderung" stellt laut Hausmann eine Photovoltaikanlage dar, die 2007 auf der früheren Mülldeponie Tuningen errichtet wurde: Sie muss während der Arbeiten schrittweise versetzt werden, um nach deren Abschluss auf ihren angestammten Platz zurückzukehren.
Hausmann zieht ein positives Fazit der gemeinsamen Nutzung der Gesamtdeponie durch zwei Landkreise. "Dadurch entstehen viele Synergien." So wird Infrastruktur wie eine Gasstation oder ein Pumpwerk für Sickerwasser gemeinsam genutzt, um Kosten zu sparen. Ab Juli werden nach den Landkreisen Tuttlingen und Schwarzwald-Baar auch sämtliche mineralischen Abfälle aus dem Kreis Rottweil in Talheim angeliefert - das sind etwa belasteter Erdaushub, Verbrennungsschlacken oder Abfälle aus Bauabbruch oder Straßenaufbruch. Die Mengenschätzung beläuft sich auf 2500 bis maximal 5000 Tonnen pro Jahr. Die Talheimer Deponie, die Mitte der 90er-Jahre in Betrieb genommen wurde, sei zu etwa 60 Prozent gefüllt, sagt Alexander Weidele, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft beim Landratsamt Tuttlingen. Wie lange die Kapazität reiche, sei indes "schwer abzuschätzen".
(Erschienen: 22.01.2009 00:06)







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