Branche setzt auf Modernisierung
Wirtschaftsminister Ernst Pfister machte bei seinem Grußwort in der Öffentlichen Mitgliederversammlung deutlich, wie wichtig das Handwerk als "stabilisierender Faktor" sei. Daher unterstütze er beim Kampf gegen die Schattenwirtschaft Forderungen nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz für arbeitsintensive Dienstleistungen. Ebenso prangerte Pfister den "Giftzahn Bürokratie" an, wie er vom Mittelstand beklagt werde. Als konkretes Beispiel nannte er das neue Schornsteinfeger-Handwerksgesetz: Darin sei die Chance vertan worden, Doppelmessungen - einerseits durch den Schornsteinfeger, andererseits durch den SHK-Handwerksbetrieb - zu verhindern. Um die Kosten für Verbraucher zu reduzieren, plädierte Pfister dafür, dass Heizungs- und Sanitärbetriebe zukünftig ebenfalls die hoheitlichen Messungen an Feuerstätten durchführen dürfen.
Die Berufsorganisation bekräftigte anschließend ihre Forderungen an die Politik, um die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe und der rund 42-000 Beschäftigten zu sichern und die Schattenwirtschaft zu bekämpfen: Förderung des Austauschs alter Heizkessel durch eine "Abwrackprämie", Erhöhung des Steuerbonus auf Handwerkerleistungen von 20 auf 30 Prozent sowie die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für arbeitsintensive Dienstleistungen.
In dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg sieht der Verband einen Meilenstein, um den von der Bundesregierung im Wärmemarkt angestrebten Anteil der erneuerbaren Energien von 14 Prozent zu erreichen. Den SHK-Betrieben komme hier eine besondere Verantwortung zu. Sie müssten Hausbesitzer auf die gesetzlichen Vorgaben hinweisen, als Sachkundige seien sie für die Einhaltung verantwortlich.
"Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation erwarten wir für das Jahr 2009 eine zweigeteilte Entwicklung", erläuterte Stather. Ob Verbraucher und Wirtschaft zurückhaltend agieren werden, oder ob ein Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit für die Branche positive Effekte bringe, sei offen. "Werterhaltende, wertsteigernde und nachhaltige Investitionen in die eigene Immobilie rücken stärker in den Fokus", prognostizierte der Verbandsvorsitzende. Wenn überhaupt eine Branche aus der Wirtschaftskrise gestärkt herauskommen könne, dann sei es der SHK-Handwerksbereich. "Wir setzen voll auf Sanierung und Modernisierung, denn die Zahlen im Wohnungsneubau befinden sich auf einem Rekordtiefstand."
1100 Ausbildungsplätze frei
Die Ärmel hochkrempeln will der Fachverband auch angesichts der Nachwuchssituation. So sank die Zahl der Lehrlinge von 2007 auf 2008 um 1,3 Prozent auf 4203. Mittlerweile seien 1100 Ausbildungsplätze in den SHK-Technikberufen nicht besetzt. Vielfach reiche die Qualität der Hauptschule für eine erfolgreiche Ausbildung nicht mehr aus. Die neue Werkrealschule sei nur eine "Umetikettierung" statt eines zukunftsorientierten Einstiegs in eine neu geordnete Schullandschaft. Der Fachverband unterstützt deshalb die Forderung des Handwerktages nach einer mit Realschulen gleichgestellten Werkrealschule.
(Erschienen: 01.07.2009 00:08)







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