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Sigmaringen Kreisrundschau
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"Die natürliche Auslese in harten Wintermonaten entfällt"

Kreisjägermeister Hans Jürgen Klaiber über den Wildschweinbestand im Kreis

SIGMARINGEN - Die wirksame Bestandsreduzierung und die damit einhergehende fachkundige Bejagung der Wildschweine ist zu einer immer wichtigeren Aufgabe der Jägerschaft geworden. SZ-Mitarbeiterin Ute Korn-Amann sprach mit Kreisjägermeister Hans Jürgen Klaiber.

SZ: Was war der Hauptgrund für den starken Eingriff bezüglich der Wildschweine?

Hans Jürgen Klaiber: Auch bei der Wildschweinpopulation spielt die Klimaveränderung eine große Rolle. Der Wald mit seinen neuen Naturverjüngungen und den großen Sturmflächen der vergangenen Orkane bietet ihnen den idealen Lebensraum. Die Mastjahre, in denen große Mengen an Nahrung anfallen, treten nicht mehr nur alle paar Jahre auf sondern beinahe immer. Damit ist der Tisch für den Nachwuchs (die Vermehrungsrate liegt bei jährlich ca. 300 Prozent) reich gedeckt. Die natürliche Auslese in den früheren oft sehr harten Wintermonaten entfällt heute in manchen Wintern oft ganz. Leider gehört auch der in immer größerem Maß angebaute Mais zur Lieblingsspeise der Wildschweine. Mit der Bejagung haben wir zwei Ziele besonders im Auge. Dies ist zum einen die Verminderung der Schäden in der Landwirtschaft und zum anderen die Reduzierung der Bestandsdichte um das Risiko einer Schweinepest zu reduzieren wie sie ja in anderen Bundesländern schon aufgetreten ist.

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SZ: Wie viele Wildschweine wurden im Jagdjahr 2008/2009 erlegt?

Hans Jürgen Klaiber: Wie für die Landwirte auch, so ist auch für unsere Jägerinnen und Jäger das Klima ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ernte. Der Winter mit seinen konstanten Schneelagen hat die Jagd sehr begünstigt. Im Landkreis kamen 1 315 Wildschweine zur Strecke. Gegenüber dem Jahr zuvor konnte die Jägerschaft hier noch mal die Strecke um etwa 30 Prozent erhöhen. Ein Ergebnis, dass für einen engagierten Einsatz spricht. Erfolgreichster Hegering war der Hegering Meßkirch mit weit über 300 geschossenen Wildschweinen.

SZ: Im Landkreis Sigmaringen gibt es einen runden Tisch "Schwarzwildmanagement". Welchen Aufgaben stellt sich der runde Tisch?

Hans Jürgen Klaiber: Wichtig ist heute ein Revier übergreifendes Wildmanagement. Um einen guten Überblick über die Situation zu haben, hat das Landratsamt diese Einrichtung ins Leben gerufen. Vertreten sind das Kreisjagdamt, die Jägerschaft, die Landwirte und der Forst. Somit laufen hier alle Informationen zusammen und können entsprechend ausgewertet werden. So haben wir dort gemeinsam auch einheitliche Bejagungsrichtlinien und Vorschläge erarbeitet. Eine wichtige Aufgabe kommt auch den Hegeringleitern und Revierinhabern zu. Sie ergänzen den wichtigen Einzelansitz durch ebenfalls effiziente und inzwischen auch Revier übergreifend durchgeführte Drückjagden.

(Erschienen: 06.08.2009 00:06)


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