Zwei Überführungen sollen Bahnschranken ersetzen
Aus und in Richtung Süden sollen die Autos künftig so fahren: von der Hindenburg- durch die verlängerte Römerstraße und über eine Straßenüberführung jenseits von Silit über die Bahnlinie und zur B 311 in Richtung Neufra. Angebunden wird der Verkehr über einen Kreisverkehr mit Ast zum Kieswerk Baur. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es auf Höhe des Bahnhofs eine eigene Überführung.
Der Autoverkehr aus und in Richtung Norden soll von der Innenstadt durch die verlängerte Bahnhofstraße und über eine Brücke zur Industriestraße fließen. Die Industriestraße soll verlängert werden und am Knoten B 311/Daimlerstraße in die Bundesstraße münden; dieser muss dafür ausgebaut werden. Für den landwirtschaftlichen Verkehr und Radfahrer soll der Gemeindeverbindungsweg zur Verfügung stehen, dafür sind fünf Ausweichpunkte für den Gegenverkehr und eine Brücke zur Kläranlagen-Zufahrt nötig.
Es ist Ziel der Bahn, alle beschrankten Bahnübergänge zu beseitigen. Indem die Stadt dies umsetze, sichere sie die Zukunft der Donautalbahnlinie und die Bedeutung des Riedlinger Bahnhofs für die gesamte Raumschaft. Der Bahnhof werde gleichzeitig sicherer, weil Autos beidseits des Bahnhofs parken können und Fußgänger nicht mehr die Gleise überschreiten müssen. Durch Wegfall der Wartezeiten an den Schranken werde der Bahnhof leichter erreichbar, wovon man sich auch eine bessere Vernetzung von Auto- und öffentlichem Nahverkehr erhofft. Auch die Innenstadt werde schneller erreichbar. Durch die Verlängerung der Industriestraße werde der direkte Austausch zwischen Innenstadt und Industriegebiet Mancherloch erleichtert, argumentierte Bürgermeister Hans Petermann weiter. Durch Wegfall der Ampeln soll außerdem der Verkehr auf der B 311 Freiburg – Tuttlingen – Ulm flüssiger werden.
Kritiker bemängeln die Kosten und halten die Pläne insgesamt für „völlig überzogen“ – ganz besonders, seit der Mittelabschnitt der Kernstadtentlastungsstraße (KES) zurückgestellt wurde. Die geplante Überführung Römerstraße – B 311 als Ersatz für den Bahnübergang Hindenburgstraße wurde früher als erster Bauabschnitt der KES bezeichnet, ist inzwischen aber Teil des eigenständigen Projekts Beseitigung der Bahnübergänge. Sie ließe sich später noch sowohl an eine Ostumfahrung als auch an die KES anschließen. Dies werde in dem Genehmigungsverfahren aber nicht zugunsten der Variante Römerstraße herangezogen, betonte Renate Stark von der Genehmigungsbehörde mehrfach. Der von der Stadt favorisierte Plan und mögliche Alternativen werden demnach allein unter dem Aspekt Ersatz für die Bahnübergänge verglichen, sozusagen als ob Ostumfahrung und KES Fremdworte wären.
Die Kritiker sagen, tatsächlich entstünden durch die weit im Süden und Norden liegenden Anknüpfungspunkte an die B 311 lange Umwege für die Autofahrer, die in die Innenstadt wollen. Dies betreffe nur einen ganz kleinen Teil der Anwohner in der Mitte, die meisten Bürger und Auswärtige kämen leichter in die Stadt, kontert Bürgermeister Petermann. Bei dem Erörterungstermin kam eine Fülle von weiteren Details zur Sprache. Ob es um Folgen fürs Hochwasser, den Sicherheit des Radwegs von der Eichenau oder was auch immer ging – überall prallten unterschiedliche Standpunkte aufeinander.
(Erschienen: 29.07.2010 11:15)






Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Riedlingen