Blauzungenkrankheit erreicht Riedlingen
Der Besitzer des Schafes wollte Klarheit über die Todesursache und schaltete das Untersuchungsamt in Aulendorf ein. Bei der Sektion des Tieres hat das Amt das Blauzungen-Virus nachgewiesen. Anfang Juni war das Tier, wie auch die übrigen Tiere des Bestands, von einem Tierarzt gegen die Blauzungenkrankheit geimpft worden und erkrankte nun dennoch. "Die übrigen Tiere des Bestands sind gesund", sagt Kreisveterinär Dr. Peter Egle. Warum das Schaf trotz Impfung verendet ist, bezeichnet Egle als "Ausnahme der Regel". Die Impfung wirke, davon gehe man aus, sagt der Veterinär. Man vermute, dass geschwächte Tiere - und ein trächtiges Tier sei in der Immunabwehr geschwächt - trotz Impfung verenden können.
Impfung bringt bessere Abwehr
Der Fall zeigt, dass der Infektionsdruck durch die Blauzungenkrankheit nun auch im Landkreis Biberach zunimmt. Aktuell war bekannt geworden, dass in Einzelfällen bei Schafen trotz Impfung Krankheitssymptome auftraten. Ohne die neue Impfung müsste jedoch mit einer Vielzahl erkrankter Tiere gerechnet werden. Bundesweit litten im vergangenen Jahr etwa 40000 Tiere an der Blauzungenkrankheit. Die Impfung stellt den derzeit besten Schutz gegen die Tierseuche dar. Der Impfstoff kann zwar nicht gegen Ansteckung mit dem Virus schützen, wegen der besseren Infektionsabwehr bewältigen geimpfte Tiere die Infektion jedoch in der Regel, ohne zu erkranken.
Derzeit werden im Landkreis Biberach etwa 75000 Rinder und 6000 Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Die Impfkampagne ist fast abgeschlossen. Dank engagierter und kooperativer Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern, den beauftragten Tierärzten und den Mitarbeitern des Veterinäramtes, verlief die Aktion überall reibungslos.
"Für den Menschen besteht überhaupt keine Gefahr", sagt Veterinär Egle. Die Blauzungenkrankheit ist eine für den Menschen völlig ungefährliche Viruskrankheit, die Rinder, Schafe und Ziegen aber auch andere Wiederkäuer befallen kann. Die Krankheit wird von Blut saugenden Stechmücken von Tier zu Tier übertragen. "Ähnlich wie bei der Malaria", zieht Egle den Vergleich. Bei Schafen und Ziegen können gehäuft Todesfälle auftreten.
(Erschienen: 30.08.2008 00:07)
|
Artikel bewerten
0,0
(0 Stimmen)
|
|







Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Riedlingen