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Rutenfest

Rutenfest: Beim Liter Bier gibt’s zweierlei Maß

Ein Liter Bier, zwei verschiedene Preise: Auf dem Ravensburger Rutenfest werden die Festwirte für die Maß 6,70 Euro verlangen, im „Bärengarten“ hingegen sind  7,10 Euro fällig.
Ein Liter Bier, zwei verschiedene Preise: Auf dem Ravensburger Rutenfest werden die Festwirte für die Maß 6,70 Euro verlangen, im „Bärengarten“ hingegen sind 7,10 Euro fällig.

(RAVENSBURG/bua) Ein Liter Bier, zwei verschiedene Preise: Diese ungewöhnliche Variante erwartet die Besucher erstmals in diesem Jahr beim Ravensburger Rutenfest. Während die Festwirte den Preis für die Maß konstant halten und 6,70 Euro verlangen werden, kostet der Liter Bier im „Bärengarten“ 7,10 Euro.

Von unserem Redakteur Bernd Adler

Das gab’s noch nie auf dem Ravensburger Rutenfest: Wer im Bierzelt auf dem Festplatz eine Maß bestellt, zahlt dafür in diesem Jahr 6,70 Euro. Wer hingegen 200 Meter südlich im „Bärengarten“ einen Liter Gerstensaft trinken will, der muss auf diesen Betrag noch einmal 40 Cent drauflegen. Thomas Kötzer, einer der drei Wirte des „Bärengarten“, erklärt diese Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten.

Wenig begeistert hat Dieter Graf, Vorsitzender der Rutenfestkommission, gegenüber der SZ auf die Bierpreis-Entscheidung des „Bärengarten“ reagiert. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagte Graf. Und: „Ich finde das übertrieben.“ Die Rutenfestkommission hat keinen Einfluss auf die Preisgestaltung für die Rutenmaß. Die Brauereien verkaufen nach eigenen Angaben den Wirten das Bier in diesem Jahr gleich teuer wie 2009. Damals kostete zum Beispiel ein Liter Hofgutsbier der Brauerei Farny den Wirt 2,05 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Den Verkaufspreis am Fest legen die Wirte nach ihrer Kalkulation selbst fest. Trotzdem war der Preis für die Rutenmaß in der Vergangenheit in allen Zelten und im „Bärengarten“ gleich hoch.

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Nach Aussage von „Bärengarten“-Wirt Thomas Kötzer gab es im Vorfeld mit den anderen Festwirten keine Gespräche über den Bierpreis: „Wir machen doch keine Kartellgeschichte.“ Kötzers Erklärung für die Erhöhung: „Wir mussten den Preis für uns kalkulieren, damit es am Ende gut geht und wir alle unsere Kosten decken können.“ Schließlich koste die „Bärengarten“-Betreiber das Fest „einen Haufen Geld“. „Wir tun uns selbst keinen Gefallen, wenn unsere Kosten nicht gedeckt sind.“ Daher habe man sich für eine Erhöhung um 40 Cent entschieden. Ausnahme: Wer mit einer Biermarke der Rutenfestkommission, die einen Wert von 6,70 Euro hat, in den „Bärengarten“ kommt, erhält dafür seine Maß Bier – ohne Aufpreis.

Dass die Rutenmaß zwei Jahre hintereinander gleich viel kostet – zumindest bei den Festwirten – hat es in den vergangenen 15 Jahren nicht gegeben. 1992 zahlte der Besucher für den Liter Bier noch 7,30 Mark, also rund 3,60 Euro. 1995 stieg der Preis auf 8,40 Mark, 2001 auf 10,70 Mark. 2003 mussten 5,90 Euro hingeblättert werden, 2008 schließlich 6,70 Euro.

(Erschienen: 02.07.2010 11:25)


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Kommentare (10)

102.07 | 13:00 von cyberfred
Die unstillbare Gier...
"Schließlich koste die ?Bärengarten?-Betreiber das Fest ?einen Haufen Geld?." Da hätte man eher sagen sollen: "Schließlich wollen die Bärengarten-Betreiber einen haufen Geld verdienen." Früher hat ein Bärengartenwirt sich eine Eigentumswohnung nach dem Rutenfest kaufen können. Heute sind es halt gleich drei Bärengartenwirte die ihren Schnitt machen wollen. Da muss man zu 2009 natürlich den Bierpreis erhöhen. (Merke: Auch Gehälter von "Inhabern" sind Kosten...) Wie war doch der Liedtext bei ...... mehr
202.07 | 22:10 von uwe33
Geldgeil
Für 3€ mehr bekommt man im Handel 10 Liter! Da mach ich es mir lieber auf den Balkon bequem oder gehe ins Freibad, statt den Betreibern das Geld hinterher zu schmeißen! Beim Seehasenfest wird genau so abgezockt! mehr
304.07 | 09:33 von josef
Ich werde den Bärengarten meiden und mein Bier woanders trinken. Und das nicht nur am Rutenfest. mehr
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