Ärztin droht der ARD mit Klage
In der genannten Fernsehsendung hat "Report" über die Arbeit der bundesweit bekannten Ärztin berichtet. Insbesondere die Therapie von Kindern mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) durch das Medikament Ritalin (Methylphenidat) spielte in dem Beitrag eine Rolle (die SZ berichtete).
Wie aus einem an den Vorsitzenden der ARD, Thomas Gruber, gerichteten Brief hervorgeht, wehrt sich Dr. Spallek gegen die "völlig verfälschte Darstellung" des Themas ADS. Mehr noch: Dr. Spallek vertritt die Ansicht, dass bei der ARD "nicht mehr Wahrheit und Wissenschaft vertreten werden, sondern die Interessen von bestimmten Außenseitergruppen, was bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt doch sehr bedenklich ist".
Der genannte Beitrag basiere keineswegs auf den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und diskriminiere die nach diesen Regeln arbeitenden Ärzte und Selbsthilfegruppen. Dr. Spallek fühlt sich als "gewissenlos Methylphenidat verordnende Ärztin" dargestellt, mit der auch "noch gewissenlose Selbsthilfegruppen und andere Ärzte zusammenarbeiten". Dr. Spallek: "Die Aussage, dass ich leichtfertig Stimulanzien verordne, ist eine ungeheure Unterstellung."
Die Medizinerin aus Albers stellt in ihrem Schreiben an die ARD-Spitze auch fest, dass "das Filmen in einer Arztpraxis mit versteckter Kamera eine grenzenlose Geschmacklosigkeit ist". Die Report-Sendung habe dem Zuschauer suggeriert, dass "in den Praxen, in denen ADS-Kinder behandelt werden, etwas Geheimes und Unrechtes passiert". Dabei handelten die meisten Therapeuten nach den bestehenden Richtlinien, "die wir jederzeit offen legen können".
(Erschienen: 29.01.2005 00:20)
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