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Pfullendorf

Geschäftigkeit statt Winterschlaf im Seepark

PFULLENDORF - Zur ersten Seepark-Führung in diesem Jahr konnte Park-Koordinator Klaus Schellenberg - trotz miesen Wetters - fast vierzig Interessierte am Treffpunkt Gasstation begrüßen und sich mit ihnen zur etwa zwei Kilometer langen See-Umrundung auf den Weg machen. Und die durften sich im Rahmen der zweistündigen Begehung hautnah davon überzeugen, dass auch in den kalten Monaten im Pfullendorfer Seepark kein Winterschlaf gehalten wird.

Von unserem Mitarbeiter Ingo Selle

Die beste Nachricht zuerst: Der Countdown für die Parkeröffnung am 1. Juni 2001 läuft auf Hochtouren und damit gewinnt auch das Bürgerinteresse und -engagement deutlich an Fahrt. Bedingt durch das winterliche Wetter und guten Überblick auf die Gesamtanlage waren die Baufortschritte deutlich zu sehen. Zu Beginn seiner äusserst instruktiven Führung wies Klaus Schellenberg auf einige der Vorteile für Bürger, Stadt und Umland hin, die das Seepark-Projekt mit sich bringt. So werde etwa das Wohnumfeld heute bei der Gewerbeansiedlung immer wichtiger. Diese "weichen" Standortfaktoren zählen für Industrie-Unternehmen. Für die zukünftige Baugebiets-Ausweisung gilt aber auch, dass sich Pfullendorf mit dem Seepark ein Öko-Konto schafft, von dem bei Bauvorhaben geforderte Ausgleichsflächen "abgebucht" werden können. Das kommt direkt ansiedlungswilligen Bürgern zugute und damit seien die 6,2 Millionen Mark Bau-Etat - etwa die Hälfte davon entfällt auf die Stadt - eine zukunftsträchtige Investition.

Refinanzierung über Sponsoren

Dreh- und Angelpunkt der Eröffnung wird das Seepark-Festival sein (1. Juni bis 7. Oktober 2001), das mit knapp drei Millonen Mark zu Buche schlagen wird. Hiervon sollen etwa zwei Millionen Mark über Eintrittsgelder und Sponsoring-Mittel refinanziert werden. Mit einer Million Mark an Stadtmarketing Zuschuss der Stadt Pfullendorf beträgt der Gesamtetat etwa vier Millionen Mark.

Bei ihrer grossen Runde konnten die Park-Begeher schön erkennen, wie der inzwischen renaturierte Kehlbach sich durchs Gelände schlängelt, die Grube für den Eisweiher - kommendes kindergerechtes Schlittschuh-Paradies - ist in seiner Form gut auszumachen (der etwa 18 Meter tiefe See selber ist nicht schlittschuhgeeignet, da er sehr unterschiedlich zufriert). Auch der Festplatz im Eingangs-Bereich hat inzwischen deutlich an Gestalt gewonnen. Das Seerestaurant - derzeit noch mit Folie eingehüllt - erinnert entfernt an den durch den Aktions-Künstler Christo verpackten Reichstag in Berlin, aber auch hier gehen hinter den Kulissen die Innenarbeiten zügig voran. Das Kostenbudget für das Seerestaurant beträgt etwa 2,1 Millionen.

Deutlich zu sehen sind bereits die im See verankerten Traversen für die geplante Seebühne. Von den Begehungs-Teilnehmern mehrfach nachgefragt wurde die Rollstuhl-Eignung des südlichen Wegteils. Auch hier wusste Klaus Schellenberg eine zufriedenstellende Antwort , denn: "Die Teile des Rundweges, die nur grob gekiest sind, haben in einem "Rolli-Test' mit Behinderten inzwischen ihre Bewährungsprobe bestanden." Das Südufer (entlang des Kieswerks) wurde von den Planern ganz bewusst etwas ruhiger gehalten. So können sich etwa die dort angesiedelten Feuchtbiotope ungestört entwickeln. Über die dem Wasser-Austausch dienenden "Bypässe" - sie sorgen unter anderem für den Eintrag von Kleinstlebewesen in den See- sind inzwischen zwei malerische Holzbrücken geschlagen worden, so dass die Mit-Geher nicht mehr, wie noch vor kurzem, über wackelige, glitschige Planken balancieren mussten. Ganz ursprünglich sieht es am Steilhang des "Rabennest" aus. Hier plant der BUND die Anlage von Bruthöhlen für wohnungssuchende Eisvögel.

Themengärten bald fertig

Für die Besucher besonders gut zu erkennen war die Gesamtanlage vom Aussichtspunkt an der "Windharfe" aus, die im Rahmen der angestrebten "Land-Kunst" einen markanten Akzent setzt. Auf der windigen Hochfläche, neben dem Erlebnis-Tierpark Jägerhof, konnte registriert werden, dass in den geplanten "Themengärten" die Arbeiten schon weit fortgeschritten sind. Am "Treffpunkt Baden-Württemberg" (in der Eröffnungs-Phase ein Landes-Schaufenster), erstellt die Bad Saulgauer Firma Platz-Haus ein vom Land gefördertes Mini-Restaurant in landschaftsgerechter Holzbauweise, das später auch einmal für private Nutzung und etwa Vereinsfeiern genutzt werden können soll. Hier hatte bei der Samstagsführung die Seepark GmbH für die fröstelnden Teilnehmer einen großen Topf Glühwein bereitgestellt, dessen Inhalt dankbar zugesprochen wurde. So vermischte sich im Inneren des Pavillions das Glühwein-Aroma aufs Angenehmste mit dem Duft der verbauten Hölzer. Insgesamt bot die Führung nicht nur "Erstbegehern", sondern auch "Wiederholungstätern" deutliche Einblicke in das Werden des Seepark-Programms. Einig waren sich alle darin, dass mit diesem Mega-Projekt die Stadt Pfullendorf einen ganz großartigen Meilenstein in ihrer Entwicklung setzen wird.

(Erschienen: 21.01.2001 22:40)


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