HSM kehrt Salem den Rücken - zum Teil
Der größte Arbeitgeber in Salem ist nicht zu beneiden: HSM wollte wachsen, hat dafür ein Grundstück gekauft - aber das ist nun nichts mehr wert, wie Geschäftsführer Dietmar Dengler sagt. Denn am Dienstag hat der Gemeinderat die Baupläne des Betriebs abgelehnt. HSM darf nicht auf der Fläche zwischen Hotel Reck und Aldi bauen. Zumindest nicht so, wie es der Hersteller von Ballenpressen und Aktenvernichtern eigentlich wollte. Parkdeck, Lager- und Montagehallen - die Planung ist nun Makulatur. Bei der Doppelspitze des Unternehmens trifft die Entscheidung des Gemeinderats auf Unverständnis. Für HSM ein klares Signal zum Aufbruch. Die Zeichen stehen auf Verlagerung - nicht der gesamten Produktion, wie HSM-Chef Hermann Schwelling und Dietmar Dengler beteuern. Aber zumindest die Montage und die Veredelung werde wohl nach Frickingen abwandern, wenn dort die nötigen Flächen zu haben sind. Es geht um 120 Arbeitsplätze, die umziehen würden. Das Verhältnis würde sich umdrehen, prophezeien Schwelling und Dengler. Derzeit sind in Salem 350 Menschen beschäftigt, in Frickingen werden 120 Menschen in der Hauptverwaltung arbeiten. Diese Zahlen könnten dann Plätze tauschen.
Dass man bei HSM von der Politik des Gemeinderats enttäuscht ist, wird besonders deutlich, wenn es um die Details geht: So zeigt man sich im Hause HSM irritiert darüber, dass der Gemeinderat willkürlich die Klassifizierung von "eingeschränktes Gewerbegebiet mit flächenbezogenem Schallschutzpegel" auf "Mischgebiet mit flächenbezogenem Schallschutzpegel" geändert habe. Man selbst habe sich sehr wohl kompromissbereit gezeigt, heißt es vonseiten der Unternehmensführung - und verweist etwa auf die Bereitschaft, das ursprünglich gegenüber vom Hotel Reck geplante Verwaltungsgebäude abzuschrägen oder die Hallen niedriger zu bauen.
Das Angebot der Gemeinde, dass HSM auf die Fläche gehen könne, wo das MTU-Logistikzentrum hin sollte, bezeichnet Dietmar Dengler als realitätsfremd. Der Umzug würde Kosten in zweifacher Millionenhöhe verursachen: "Das ist schlicht unwirtschaftlich", so Dengler. Für ihr Unternehmen wollen Schwelling und er Planungssicherheit. Das Ziel: Global mithalten können. Aus HSM-Sicht gibt es diese Planungssicherheit in Salem derzeit allerdings nicht. Die Alternative heißt Frickingen.
(Erschienen: 26.07.2008 00:07)
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