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CDU bedauert Irritationen

"Ich bin schwul, und das ist gut so": Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist einer der prominentesten Polotiker, d

(MEERSBURG/iw) Darf man Homosexuelle als „pervers“ bezeichnen? Der CDU-Ortsverband Meersburg bezieht Stellung, nachdem es in der Hauptversammlung zu schwulenfeindlichen Äußerungen gekommen war. „Der Vorstand distanziert sich von solchen Äußerungen und bedauert, wenn sich Personen oder Personengruppen dadurch diffamiert fühlen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Die CDU ist sehr weltoffen, ich kenne keinen, der Schwule oder Lesben diskriminieren will“, sagt Hans-Heinrich Gerth, stellvertretender Vorsitzender, auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung. Das habe sich in der Versammlung teilweise anders angehört, sagen die, die dabei waren. Das Stettener CDU-Mitglied Werner Leicht hatte den Antrag gestellt, dass sich der Ortsverband Gedanken machen soll, wie er mit dem Vorschlag des Koalitionspartners umgehen will, der gleichgeschlechtliche Partnerschaften der klassischen Ehe gleichstellen will. Er verlangte, dass sich der Ortsverband schriftlich an die Mandatsträger wenden und darauf drängen soll, dies abzulehnen. Prompt ergab sich eine Diskussion, in der Leicht Homosexuelle auch als „pervers“ bezeichnet hat. Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung will er sich aber nicht mehr dazu äußern. „Das ist für mich komplett erledigt.“Ole von Beust in der Kritik

Das CDU-Mitglied Anton Model stellte daraufhin in der Diskussion das C in der CDU infrage und kritisierte den Hamburger CDU-Politiker Ole von Beust, bekennender Homosexueller, der bei einer Schwulenparade dabei gewesen sein soll. „Die im Laufe der Diskussion zu diesem Antrag von zwei Teilnehmern geäußerten Ansichten zum Thema Homosexuelle entsprechen deren persönlicher Auffassung und geben weder die Meinung des Ortsverbandes noch der CDU zu diesem Thema wieder“, heißt es in der Stellungnahme des Ortverbands. Hans-Heinrich Gerth wird noch deutlicher: „Einige sehr unglückliche Äußerungen sind gemacht worden.“ Er nennt sie schlicht Stammtischparolen. Mit dieser Haltung sei er nicht alleine: „Einige der Mitglieder haben Stellung bezogen und gesagt, man solle die Kirche im Dorf lassen“, so Gerth.

In der Öffentlichkeit waren die Äußerungen gegenüber Homosexuellen teilweise sehr scharf kritisiert worden. „Meine persönliche Toleranzgrenze ist damit überschritten. Ich würde solch einem Parteimitglied recht deutlich auch einen Parteiaustritt empfehlen“, sagt zum Beispiel Boris Mattes, der als Beisitzer im Vorstand des SPD-Ortsvereins Meersburg aktiv ist. Das weist Gerth entschieden zurück: „Wir haben Meinungsfreiheit“, zudem habe Werner Leicht niemanden persönlich beleidigt.

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Schwieriger ist der Fall Anton Model, der kurz zuvor als Beisitzer in die Vorstandschaft gewählt worden war. „Der Vorstand distanziert sich klar von solchen Äußerungen und bedauert, wenn sich Personen oder Personengruppen dadurch diffamiert fühlen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme, die Hans-Heinrich Gerth formuliert hat. Allerdings bekennt er, dass er Model in dieser Frage nicht habe kontaktieren können. „Wenn er sich nicht von seinen Äußerungen distanziert, dann kann er nicht im Vorstand bleiben“, findet er.

Gerth, der an diesem Abend den Posten des Vorsitzenden an Martin Frick weitergegeben hatte, bedauerte, dass es überhaupt zu dieser Diskussion gekommen war. „Eigentlich hätte man den Vorschlag machen müssen, diesen Antrag an den Vorstand weiterzuleiten.“

Im Vorstand soll auch das weitere Vorgehen in einer der nächsten Sitzungen beraten werden. Im übrigen sei diese Debatte nur eine Randgeschichte der Versammlung gewesen und habe höchstens fünf bis zehn Minuten gedauert.

(Erschienen: 30.11.2009 23:00)


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