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Markdorf

Werkrealschule ist heiß begehrt

Eine Kooperation für die Zukunft: Clarissa-Maria Weißenberger unterzeichnet unter freudiger Beobachtung Helmut Fadens die erste der zehn Vereinbarungen.
Eine Kooperation für die Zukunft: Clarissa-Maria Weißenberger unterzeichnet unter freudiger Beobachtung Helmut Fadens die erste der zehn Vereinbarungen.

(MARKDORF/sz) Die Werkrealschule wird zukünftig noch enger mit der Wirtschaft kooperieren: Vertreter von insgesamt zehn Betrieben aus der Region haben am Donnerstag die Vereinbarung zum Ausbau von Bildungspartnerschaften unterzeichnet – deutlich mehr als vorgeschrieben.

Von unserem Mitarbeiter Robert Dillmann 

Die Vorgabe aus dem Stuttgarter Kultusministerium lautet: „Jede Schule soll mindestens einen Partnerbetrieb haben.“ Helmut Faden, Leiter der Markdorfer Werkrealschule, kann über diesen Satz fortan nur noch schmunzeln – und mit ihm seine Schüler: Zehn Unternehmen haben sich bereit erklärt, die Kooperation mit der Schule einzugehen. „Das ist Rekord“, bestätigte Frank Boscher von der IHK Bodensee-Oberschwaben: „Normalerweise haben wir zwei oder drei Bildungspartner pro Schule, und die höchste Anzahl lag bislang bei sechs.”

Einige Betriebe kenne man bereits aus vergangenen Partnerschaften, erklärte Faden. Doch „was bisher eher informell war, kriegt nun eine neue Qualität”, versprach der Schulleiter. Besonders freut er sich über die große Vielfalt der Betriebe. „Ob Industrie, Gastronomie, Einzelhandel oder der soziale Bereich - Wir haben eine breite Palette”, jubelte Faden.

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50 Praktikanten in zwei Jahren

Die Ziele der Vereinbarung sind klar definiert: Man wolle die ökonomische Bildung der Schüler stärken und sie während ihres Übertritts von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf unterstützen, heißt es in den IHK-Richtlinien. Der Ideenkatalog, mit dessen Hilfe die Ziele erreicht werden sollen, umfasst beinahe vierzig Vorschläge. Er reicht von einfachen Betriebsführungen bis hin zu so genannten „Chefsessel-Rallyes”, an denen der Arbeiternachwuchs (beinahe) selbst mal Chef spielen darf. Außerdem könnte von den Partnern vereinbart werden, dass Auszubildende ihre Berufe in der Schule vorstellen oder dass gemeinsame Werkstattphasen stattfinden.

Clarissa-Maria Weißenberger, Pflegedienstleiterin des St. Franziskus in Markdorf, freut sich bereits auf die intensivere Zusammenarbeit. „Wir hoffen, dass wir gezielt auf den Einzelnen eingehen können”, erklärte sie. Für die Schüler bedeute die Vereinbarung ein großes Stück Wertschätzung. Natürlich werde das Altenpflegeheim auch weiterhin Praktika für die Werkrealschüler anbieten: Rund 50 Praktikanten waren in den vergangenen beiden Jahren im Altenpflegeheim. Mindestens einmal jährlich soll ein Austauschgespräch zwischen den neuen Partnern stattfinden. Dann will man über die Ergebnisse beraten und gegebenenfalls Bildungsinhalte korrigieren. Schulleiter Faden blickt jedenfalls enthusiastisch in die Zukunft: “Wir sind auf dem absolut richtigen Weg”, sagte er. “Und wir haben uns gemeinsam zur Verantwortung bekannt.”

(Erschienen: 23.07.2010 14:40)


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