Sascha rockt für seinen Vater
"Wir möchten jungen Bands die Chance für ihren ersten Auftritt geben, denn der ist am schwersten zu kriegen", sagte der Veranstalter Martin Jarsch. Es sei auch Voraussetzung, dass die Musiker ihre eigenen Texte schreiben und nicht nur bekannte Lieder nachspielen würden. Die Band "Virdis" hat diese Voraussetzungen erfüllt und die Chance bekommen. Ihren ersten Auftritt vor größerem Publikum meisterten die vier Bandmitglieder zwar noch etwas steif, doch die Nervosität schien spätestens bei der gewünschten Zugabe verflogen. Mit kreativen Texten und gutem Grungerock ging es weiter. Die Markdorfer Band "Spank the Hans Müller" füllte auch als Duo die Bühne aus, als würde da eine große Band stehen. Ihre Musik und die Texte erinnerten stark an Nirvana, wozu auch die langen blonden Haare des Sängers Sascha beitrugen. Dieser widmete das Konzert seinem Vater, der am gleichen Tag beerdigt wurde. Die Fans bedankten sich für den Auftritt mit lauten Zugaberufen, denen "Spank the Hans Müller" natürlich nachkamen.
Als dritter Act traten "3 Alias Te" aus Uhldingen auf. Sie boten den Fans Punkrock im Stil der amerikanischen Band "Greenday". Dieser kam so gut an, dass die Tanzfläche schlagartig voll war. Ein Gast fand sogar den Mut "Stagediving" zu machen, also von der Bühne in die Menge zu springen.
"Chavanger" heißt die vierte Band, die am Freitag im Theaterstadel auftrat. Die Rockband aus Bad Saulgau spielte Punk, Metal und Hardrock und sang teilweise die Lieder auch in deutscher Sprache. Die Mischung erinnerte etwas an die Toten Hosen und Metallica. Die Fans waren hin und weg, als sie vom Leadsänger zum Mitsingen animiert wurden. Die fünfte Band des Abends war "SkaWitch-Project". Im Gegensatz zu den vorangegangenen Bands liefen "SkaWitch-Project" neben Schlagzeug, E-Gitarre und Bass auch mit zwei Saxofonen und einer Trompete auf.
Es wird eng auf der Tanzfläche
Die Rockfans tanzten und es wurde enger auf der Tanzfläche. Am Ende verlangten die Fans eine Zugabe, die "SkaWitch-Project" sofort erfülllten: Mit einem Song, in dem die Bandmitglieder vorgestellt wurden und auch jeweils ein kurzes Solo spielten. Als letzte Band des Abends trat die Abi-Band des Bildungszentrums auf. Unter dem Motto "KABItän Blaubär" rockten sie im Theaterstadel bis nach Mitternacht.
"Es ist zwar schwer immer wieder gute neue Bands zu finden", sagte der Veranstalter Jarsch, betonte aber auch, dass es ihnen diesmal sehr gut gelungen sei. Die Rocknacht in Markdorf ist für Fans der Rockszene gedacht - aber auch für diejenigen etwas, die erst noch Fans werden wollen.
(Erschienen: 25.11.2008 00:06)
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