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Rebstock-Wirt will Vertrag kündigen

(STETTEN/bw) Hoffnung für die Stettener Bürger: "Rebstock"-Wirt Rudolf Dietrich ist bereit, den Vertrag mit Telekom aufzulösen. Dies ist bei einem Informationsabend zum Thema Mobilfunkmast deutlich geworden. Die Stettener Bürger setzen nun weiter auf Gespräche, um den Mobilfunkmast auf dem "Rebstock" abzuwenden.

Rund 70 Stettener kamen in den Bürgersaal, um über den geplanten Mobilfunkmasten auf einem Anbau der Gaststätte "Rebstock" mitten im Ortskern zu diskutieren. "Jeder hat ein Handy, jeder will telefonieren, aber keiner will den Mast", brachte es Herbert Schellinger gleich zu Beginn auf den Punkt. In Stetten ist es allerdings etwas anders. Hier hat der Gemeinderat im März einen Masten im Ortskern abgelehnt, aber gleichzeitig einen Alternativ-Standort im Gewann Eichen/Wannenberg angeboten.

In den vergangenen zwei Jahren seien verschiedene Hauseigentümer von Mobilfunkbetreibern angesprochen worden, ob sie ihr Hausdach zur Montage eines Mobilfunkmasten zur Verfügung stellen. Sie hätten dies abgelehnt, berichtete Schellinger. Beim Eigentümer des "Rebstocks" war ein Mobilfunkbetreiber erfolgreich und konnte einen Vertrag zur Montage abschließen. Eine Überraschung verkündete Wilfried Steiger vom BUND. In einem Gespräch habe der "Rebstock"-Wirt Rudi Dietrich erklärt, den Vertrag aufzulösen, wenn er da raus komme. Dies wurde später von Dietrich in der Versammlung bestätigt.

Von einigen Stettener Bürgern ist eine Unterschriften-Aktion gegen den Mobilfunk-Masten im Ortskern gestartet worden. Inzwischen wurden 262 Unterschriften gesammelt, berichtete Renate Reichle. Dies sei mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten. Wilfried Steiger berichtete von verschiedenen Initiativen gegen Mobilfunkmasten. Bereits jetzt gebe es etwa zehn Masten im Bereich Meersburg, Daisendorf und Stetten. Er schlug vor, die Gemeinde solle mit dem Betreiber verhandeln, um einen anderen Standort außerhalb des Ortskerns zu erreichen. Bürgermeister Siegmund Paul sah dafür keine Chance. Die Gemeinde habe keine rechtliche Möglichkeit, gegen den Masten vorzugehen oder ihn zu verhindern. Er habe den Betreiber angeschrieben und den Alternativ-Standort angeboten. Ebenso habe er das Land-ratsamt angeschrieben, es solle das Landesdenkmalamt einschalten, um gegen den Masten vorzugehen.

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Informationen im Internet

Inzwischen gibt es die Informationen zum geplanten Masten in Stetten auch im Internet. Marianne Kaindl stellte die Internetseite www.rebstock-mobilfunkmast.de vor. Baubiologe Norbert Clericus informierte über die Strahlen, die die Antennen an den Masten aussenden. Über gesundheitliche Beeinträchtigungen informierte die Ärztin Andrea Leute.

In der anschließenden Diskussion stellte Gemeinderat Karl-Heinz Horn fest, dass die Gemeinde nichts mehr tun könne; sie habe bereits alle ihre Möglichkeiten ausgeschöpft. Dem widersprach Gemeinderat Horst Kraus. Der Bürgermeister solle die Anregungen aufgreifen und gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer und dem Mobilfunkbetreiber ein Gespräch führen.

(Erschienen: 17.12.2005 00:16)


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