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Markdorf

Auf Streichkonzert folgen höhere Gebühren

Unliebsame Maßnahme: Die Musikschule Raumschaft Markdorf erhöht die Schulgebühren.
Unliebsame Maßnahme: Die Musikschule Raumschaft Markdorf erhöht die Schulgebühren.

(Markdorf/sz) Der Unterricht an der Musikschule Raumschaft Markdorf wird ab kommendem Schuljahr teurer. Infobriefe zu den neuen Gebühren hat die Musikschule bereits verschickt. Diese Maßnahme soll in Verbindung mit Einsparungen den von der Stadt gekürzten Barzuschuss um 6000 Euro (die SZ berichtete) auffangen.

Von unserem Redaktionsmitglied   Kara Ballarin

Nun wirkt sich aus, was der Markdorfer Gemeinderat im März beschlossen hat. Um den Haushalt in Zeiten klammer Kassen zu schonen, haben die Räte Barzuschüsse für Vereine pauschal um zehn Prozent gekürzt. Sonderfall: die Musikschule. Sie ist betragsmäßig am stärksten betroffen, weshalb für sie in diesem Jahr eine Kürzung um fünf Prozent (6000 Euro) und erst für 2011 um zehn Prozent gilt.

Schon im April kündigte Musikschulleiter Uli Vollmer gegenüber der Schwäbischen Zeitung unliebsame Maßnahmen an: keine Lohnerhöhung für die Lehrer, keine Beschaffung neuer Instrumente in diesem Jahr. Weitere Maßnahmen sollte eine Sparkommission erarbeiten, die sich gleichermaßen aus Vertretern des Vorstandes, des Elternbeirats, des Betriebsrats und der Lehrerschaft zusammensetzt. Sie haben nun ihre Arbeit getan. „Zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht, aber es ist ein notwendiges Übel, denn weitere Einnahmen sind nicht in Sicht“, sagt Vollmer. Heißt: Die Gebühren werden ab kommendem Schuljahr angehoben.

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700 Briefe hat die Musikschule am Donnerstag an die betroffenen Eltern verschickt. Auf drei Seiten ist erklärt und aufgelistet, wie sich das Schulgeld verändert. „Das ist ganz unterschiedlich, die Spanne liegt zwischen zwei und sieben Prozent“, erklärt Vollmer. Eine massive Änderung gibt es bei der Instrumentenmiete – sie wird sich nahezu verdoppeln. „Unter den derzeitigen Verhältnissen ist es nicht vertretbar, unsere Instrumente zu Dumpingpreisen zu vermieten“, nennt der Musikschulleiter den Grund für diese Maßnahme. Waren es bisher zwei Preiskategorien für Leihinstrumente, gibt es ab kommendem Schuljahr drei. Die günstigere Kategorie (Wert bis 1000 Euro) ist nun zweigeteilt (bis 500 Euro und 500 bis 1000 Euro). Außerdem habe die Arbeitsgruppe beschlossen, den „Instrumentenpark“ generell zu verschlanken und die Eltern mehr als bisher in die Pflicht zu nehmen, Instrumente im Musikhandel zu mieten.

Vom Sparzwang unangetastet bleibt die Sozialermäßigung für wirtschaftlich schwächere Familien, doch gibt es Veränderungen bei der Geschwisterermäßigung. Künftig wird das Schulgeld für das erste Kind voll berechnet, das zweite Kind erhält einen Nachlass von zehn, jedes weitere Kind einen von 15 Prozent. Bisher gab es den zehnprozentigen Rabatt schon ab dem ersten Kind.

Zum Gespräch bereit

Werden die Maßnahmen reichen, um den fehlenden Barzuschuss der Stadt aufzufangen? „Wir hoffen das“, sagt Musikschulleiter Vollmer, „doch wenn jetzt 500 Eltern abspringen, haben wir uns verrechnet. Wir müssen nun erstmal abwarten, wie die Eltern reagieren.“ Die Sekretärin habe ihn schon gefragt, was sie tun solle, wenn erboste Eltern vor ihr stünden. „Schickt sie zu mir“, habe Vollmer ihr gesagt, denn genau dieses Angebot macht er den Eltern im Anschreiben der verschickten Infobriefe: „Sollten Sie Schwierigkeiten haben, sprechen Sie mit uns, es findet sich immer eine Lösung.“

(Erschienen: 23.07.2010 23:00)


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