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Lindau

Mädchenprügler schlägt wieder zu

(LINDAU/lz) Zunächst hatte die Lindauer Polizei noch bestritten, dass es sich bei dem 25-jährigen, der in der Nacht zum Sonntag eine junge Frau verprügelt hatte, um den Mädchenprügler handelte, der hier bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt hat. Erst am Montagnachmittag bestätigte dann der Sprecher des Polizeipräsidiums Kempten, Christian Owsinski, was die Lindauer Zeitung schon vorher wusste: Es handelt sich um den gleichen Täter, der im September 2008 vom Landgericht Kempten zu einer 23-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Der Deutsch-Algerier aus Bodolz wurde daraufhin gestern in Kempten dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erließ. Unterdessen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

Wie die LZ weiter erfuhr, handelt es sich bei dem Opfer, eine 23-Jährigen Frau aus Ravensburg, um seine Freundin. Sie arbeitet in einem Lindauer Lokal. Wie berichtet, hatte die Auseinandersetzung zwischen beiden im Auto begonnen. Zuerst schlug ihr der alkoholisierte Deutsch-Algerier mit der Faust gegen den Kopf. Als beide dann das Auto verlassen hatten, warf er die Frau zu Boden und trat auf sie ein. Sie wurde anschließend ins Lindauer Krankenhaus eingeliefert, wurde aber inzwischen wieder entlassen.

Die Tat ähnelt in verblüffender Art und Weise einer Szene im August 2007. Damals hatte der junge Mann mitten in der Maximilianstraße ein damals 17-jähriges Mädchen grundlos zunächst an den Haaren zu Boden gezogen und dann mit Tritten misshandelt. Auch sie musste anschließend ins Krankenhaus und in Folge noch monatelang wegen der Verletzungen behandelt werden.

Landgericht mildert Urteil

In der Folge dieser Tat hatte das Amtsgericht Lindau den Mädchenprügler zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Er legte jedoch Einspruch gegen das Urteil ein. Die Strafe wurde daraufhin im September 2008 von einer Berufungskammer des Landgerichts Kempten zu einer Bewährungsstrafe abgemildert. Wie in der LZ berichtet, hatte der Richter dem Deutsch-Algerier damals eine positive Sozialprognose attestiert, unter anderem weil er eine Lehrstelle hatte. Wie sich allerdings herausstellte, hatte er diese Stelle schon Wochen vor der Gerichtsverhandlung verloren. Auch in der Folge fiel der junge Mann immer wieder unangenehm auf. Er zahlte keine Miete, flog deshalb aus seiner Wohnung. Und auch das gerichtlich angeordnete Schmerzensgeld an die 17-jährige zahlte er nicht.

Nur zwei Monate nach der Verhandlung fuhr er – ohne Führerschein und mit Alkohol – ein geliehenes Auto zu Schrott und randalierte anschließend im Polizeigewahrsam, was ihm eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Widerstand gegen Vollzugsbeamte einbrachte. Die Staatsanwaltschaft Kempten hat auch hier Anklage erhoben, weshalb die Angelegenheit voraussichtlich in den nächsten Monaten wiederum vors Amtsgericht Lindau kommt. Dies dürfte in jedem Fall dazu führen, dass die Bewährung des 25-Jährigen widerrufen wird und er nicht nur die Untersuchungshaft, sondern auch einige Zeit im Knast verbringen wird. Die Taten vom Wochenende kommen dann noch dazu.

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(Erschienen: 24.03.2009 06:00)


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