Arzt warnt vor Handys und schnurlosen Telefonen
"Ich bin ein technikbegeisterter Mann, und das führte mich zu technischen Geräten", so Kern. Bis vor fünf Jahren dachte er, er könne ohne Handy nicht leben. Er besuchte auf Wunsch seiner Frau einen Vortrag über Mobilfunkstrahlung, was ihn zum Nachdenken und Forschen anregte. Von den 60 Besuchern im Liberatushaus meldete sich ein Großteil, als sie gefragt wurden, wer denn ein Handy habe. Die meisten begründeten es damit, dass sie im Notfall erreichbar sein oder nach einem Unfall Hilfe rufen wollen. -
Laut Kern ist das nicht ganz ungefährlich. Mobilfunkstrahlung gefährde und schädige vor allem Kinder und Jugendliche. Die Symptome seien unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsabfall, Müdigkeit und Schlafstörungen. Außerdem seien Allergien bei Kindern und Jugendlichen deutlich angestiegen, erklärte Kern. Kinder seien besonders gefährdet, weil sich ihr Immunsystem noch in der Entwicklungsphase befindet. Außerdem nähmen Kinder beim Handytelefonieren deutlich mehr Strahlen auf als Erwachsene.
Drei kurze Filme, die Kern mit Hilfe seines Notebooks zeigte, schilderten Vorfälle, bei denen Menschen womöglich durch eine solche Strahlung zu Schaden gekommen seien. So habe sich das Krebsrisiko in Naila angeblich laut einer Studie in der Nähe des Mobilfunkmastes um 200 Prozent erhöht. Das Erkrankungsalter sei durchschnittlich um 8,8 Jahre gesunken.
Nachts den Stecker rausziehen
Auch die Anzahl an Depressionen erkrankter Menschen nehme stetig zu. Zur Zeit leben laut Kern in Deutschland rund zehn Millionen Erkrankte. Von 1997 bis 2004 hätten sich die Krankheitsfälle bei jüngeren Personen verdoppelt. Die Verschreibung des Medikamentes Ritalin habe zwischen 1990-und 2005 um das 33fache zugenommen, und psychische Erkrankungen seien um 100 Prozent gestiegen. Ritalin wird bei Erkrankungen wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssydrom) eingesetzt.
Ebenso berichtete Kern, dass Mobilfunkstrahlung auch auf Tiere negative Auswirkungen habe. Innerhalb von 17 Monaten seien nach Einschaltung eines Mastes auf einem Bauernhof 13 Kälber und vier Kühe aus verschiedenen Gründen verendet. Mehrere Tiere erkrankten, und einzelne mussten geschlachtet werden, beispielsweise wegen Unfruchtbarkeit oder Geschwüren.
Kern riet vor allem von der Nutzung schnurloser DECT-Telefone ab, da diese kontinuierlich ausstrahlten. Außerdem riet er dazu, WLAN durch kabelgebundenes Internet zu ersetzen und Handys selten oder gar nicht zu verwenden. Er selbst ziehe nachts den Stecker seines schnurlosen Telefons aus der Buchse, damit das Telefon nachts nicht strahlt und seine Tochter besser schlafen könne.
Nach Ende des Vortags konnten die Zuhörer noch Fragen stellen und sich informieren. Außerdem sammelten die Initiatoren Unterschriften gegen den geplanten O2-Mobilfunkmasten.-
(Erschienen: 03.02.2009 00:06)
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