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Lindau

13 Bruchpiloten gehen baden

(LINDAU/sd) Dreizehn tollkühne Bruchpiloten haben sich am Samstag beim 3. Lindauer Seehafenfliegen mit ihren selbst gebauten Flugobjekten in den etwa 17 Grad kalten See gestürzt. Sehr zur Freude der rund 5000 Zuschauer. Die bisher ungekrönten Könige des Seehafenfliegens, die Schönauer Hexen, gaben den Titel an die Wasserburger Badewanne ab.

Der Seehafenfliegentag fängt nass an. Bei strömendem Regen bauen die Veranstalter die Rampe, die Zuschauertribüne und die Verpflegungsstände auf. Markus Nöser-Baldi ist es nicht wohl zumute, als er sich zum dritten Mal umzieht. "Das kann ja heiter werden", meint er frustriert. Und es wird wirklich heiter: Der Regen hört nämlich gegen Mittag auf. Sogar ein paar Fleckchen blauer Himmel werden sichtbar.

Das Gelände rund um den Hafen füllt sich zusehends mit gut gelaunten Zuschauern - die Zahl von rund 5000 ist geschätzt. Tatsache ist, dass das Hafenbecken eingekreist ist von Menschenmassen. Hinter der Rampe haben sich die Mannschaften um ihre Flugobjekte versammelt.

Leider ist nicht alles zu verstehen, was das Moderatorenduo Erkan und Stefan sagt, so gehen viele Späße der beiden einfach unter. Allerdings scheuen sie sich auch nicht, sich mitten unter ihre Fans zu mischen. Hauptakteure sind sowieso die verrückten Piloten und ihre Flugobjekte.

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Die Rad Union Wangen mit Fred Feuerstein, alias Fritz Frehner macht den Anfang mit dem Flintstones-Mobil. Gute Fahrt. Kurzer Flug. Ordentliche Landung. Im Laufe der nächsten vier Stunden wird dem Publikum klar: Mit ein bisschen gutem Willen kann alles fliegen - wenn auch meistens nur sehr kurz. Vom Großraum-WC des Teams Würschinger über den Piloten von Antenne Vorarlberg, der ohne sein Flugobjekt kopfüber ins Hafenbecken fliegt, bis hin zum saugstarken Tampon vom Club Vaudeville. Gerade der Bagger von Gartenbau Wäger, den sie mit "was ist schwarz, hat einen Arm und kann nicht schwimmen?" ankündigen, fliegt und schwimmt dann aber besonders schön.

Trocken bleibt keiner

Jeder Pilot wird zum Bruchpilot. Und sogar die Flugobjekte wie der Rote Baron, fast schon ein richtiges Flugzeug, oder die Wasserburger Badewanne, ausgestattet mit eigentlich recht vertrauenswürdigen Tragflächen, stechen recht zügig senkrecht in See.

Der Pilot der Flying Linda, Benjamin Pilz, erkennt oben auf der Rampe, dass er eigentlich gar nicht schwindelfrei ist. Das Piratenteam von der Lin-dauer Zeitung unterstützt ihn dann gemeinsam mit Erkan und Stefan.

Gemeinsam machen sie ihn startklar, und nach einer ruhigen Fahrt die Rampe hinunter und einem gelungenen Kurzflug setzt das Boot mit Schmackes und quer auf dem Wasser auf. Ein glücklicher Benni rappelt sich im Boot auf, breitet wie ein Sieger die Arme aus, jubelt dem Volk zu und springt beherzt ins Wasser.

Für viel Aufsehen sorgen die Himmlischen Fußballgötter vom Zimmerer Team: Engel in Netzstrümpfen, mit Bierhumpen in der Hand. Mit ihrer Wolke 8 gleitet der Engel Aloisius bildschön die Rampe hinunter um dann einen halben Meter über der Wolke schwebend ein paar Meter zu fliegen und als spritzendes Gesamtkunstwerk ins Wasser einzutauchen. Die Titelverteidiger, die Schönauer Hexen, mit ihrem fliegenden U-Boot werden mit Spannung erwartet. Qualmend und leuchtend erscheint es oben an der Rampe mit einem breiten Haifischgrinsen. Spektakulär rast es die Rampe hinunter und taucht mit einer gewaltigen Bugwelle ins Wasser ein. Auf dem Rücken schwimmend treibt es wieder nach oben. Taucher drehen es sofort. Immerhin sitzt Pilot Rene noch drin - kommt aber mit erhobenen Daumen in der U-Boot-Luke zum Vorschein. Alles gut.

Nachdem alle Flugobjekte und ihre Piloten gestartet sind, geht es ans Voten mit den Teilnahmezetteln. Die Wasserburger Badewanne mit ihrem Piloten Philipp Kritzler erhält 1100 Punkte und gewinnt damit das dritte Lindauer Seehafenfliegen. Den zweiten Platz machen die Himmlischen Fußballgötter, und der Titelverteidiger, die Schönauer Hexen, landen nach Punkten auf Platz drei.

(Erschienen: 29.06.2009 00:07)


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