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Wasserburg verabschiedet sich vom Passivhausstandard

(WASSERBURG/sap) Ohne große Diskussionen hat der Gemeinderat die weitere Vorgehensweise für den Neubau des Hegestübles beschlossen. Um in diesen finanziell schlechten Zeiten die Kosten zu senken, verabschiedete sich das Gremium vom selbst auferlegten Passivhausstandard.

Der Hegestübleausschuss hat gute Arbeit geleistet, als er vergangene Woche Beschlussvorschläge für den Gemeinderat erarbeitet hat. Das zeigte sich, als die Ratsmitglieder am Dienstagabend ohne weitere Debatten den vier Vorschlägen zustimmten. Damit ist klar, das neue Hegestüble wird ein eingeschossiges Restaurant, das über das ganze Jahr hinweg betrieben werden kann.

Um im finanziellen Rahmen von 550.000 Euro zu bleiben, auf den das Gremium den Neubau gedeckelt hat, wird das neue Hegestüble auch kein Passivhaus. Damit weicht die Gemeinde von einem Grundsatzbeschluss ab, der besagt, dass die Gemeinde als Bauherrin im Passivhausstandard baut. „Dennoch wird das Gebäude ein Niedrigenergiehaus sein“, beeilte sich Bürgermeisterstellvertreter Thomas Baumgartner zu betonen. „Wir können mit der Deckelung eben nicht so tun, wie wir wollen.“

Einzig Uli Epple (ULW) stellte diese Entscheidung in Frage und stimmte gegen diesen Beschluss, was bei seinen Ratskollegen auf Unverständnis stieß: „Uli, du hast im Finanzausschuss die Deckelung beantragt. Jetzt müssen wir halt irgendwo sparen“, war aus verschiedenen Mündern zu hören. Für Epple ist die Rechnung dagegen ganz einfach: „Dann wird das Haus halt um 20 Quadratmeter kleiner.“

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Die Rechnung des ULW-Vertreters ist einfach zu erklären: Der Architekt legt seiner Planung die Maximalkosten zu Grunde und errechnet daraus die Quadratmeterzahl. Jedes Extra, das beim Bau hinzukommt, lässt die Quadratmeter schmelzen. Weil sich der designierte Pächter aber mit einer ordentlichen Summe für Küche- und Einrichtung an den Baukosten beteiligen wird, müssen auch seine Belange bedacht werden. Er sieht als Untergrenze 260 Quadratmeter an, die er für eine wirtschaftliche Führung des neuen Hegestübles benötigt.

Nun ist es an Architekt Achim Straub, zwei neue Planvarianten für das Hegestüble zu erarbeiten. Einige Räte hätten sich auf dem Minigolfplatz durchaus auch ein Gebäude mit Flachdach vorstellen können. Dafür wäre eine Befreiung vom aktuellen Bebauungsplan nötig, der in diesem Gebiet ein Satteldach vorschreibt. Das Landratsamt als Baubehörde lehnt dies aber ab. Die Gemeinde würde sich damit ihre Postkartenansicht verbauen. Kompromissbereit zeigt sich die Baubehörde dagegen bei der Dachneigung und stellt der Gemeinde in Aussicht, auch über das Baufenster hinausgehen zu dürfen.

(Erschienen: 10.03.2010 18:20)


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