Ärzte fordern verlässliche und dauerhafte Konzepte
Von unserem Redakteur Thomas Ringhofer
Auf Einladung von Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle und Rosemarie Miller-Weber vom Förderverein Leutkircher Krankenhaus haben sich Ärzte, Mitglieder des Kreistags und Dr. Sebastian Wolf (Prokurist, Leiter Finanzen und Controlling bei der OSK) offen ausgetauscht. Auch wenn Wolf zu Personalfragen wie der Besetzung der Chefarztstelle der Chirurgie in Leutkirch noch nichts sagen konnte und wollte, wurden klare Worte gewechselt. „Ich kann akzeptieren, dass das Konzept zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgereift ist. Aber die OSK eiert wieder herum“, bemängelte Dr. Werner Eska. Und weiter: „Wir brauchen aber verlässliche und dauerhafte Konzepte. Schließlich haben wir Behandlungspfade, die funktionieren.“ „Der Unterschied zu früher ist, dass dieses neue Konzept über Monate hinweg gewachsen ist. Wir wissen, dass Sie Ihre Patienten nur zur OSK schicken, wenn Sie Vertrauen haben“, antwortete Wolf.
Zum Vertrauen gehört außerdem eine entsprechende Außenwirkung, finden die Leutkircher Ärzte. Es sei wichtig, zu veröffentlichen, welche Leistungen am Leutkircher Standort erbracht würden, welche nicht“, nochmals Eska. Dr. Brigitte Schuler-Kuon fügte hinzu, dass sich die Wahrnehmung von Bevölkerung und Rettungsdienst immer auf das beziehen würde, „was nicht geht.“ Um auf der sicheren Seite zu sein, würde der Rettungsdienst Leutkirch nicht anfahren“, sagte sie. So seien die Notärzte aus Wangen oder Isny nicht gebrieft, „viele kommen aus Bayern, fahren daher nach Memmingen oder Kempten. Wir müssen die Rettungsdienste gezielt schulen“, forderte Schuler-Kuon. „Wir sind dran“, versicherte Sebastian Wolf, der aber die Frage „wer macht´s, wer bezahlt´s?“ stellte.
Dran sei die OSK an vielen weiteren Dingen, damit zum 1. Januar 2011 das Klinikum Allgäu (mit Wangen und Isny) wie geplant starten kann. Ein Knackpunkt aus Sicht der Leutkircher Ärzte bleibt die Notfallversorgung. Im Gegensatz zu heute, wo es in Leutkirch rund um die Uhr nur die internistische Notaufnahme gibt, wird es künftig die ganze Nacht über auch für chirurgische Notfälle eine fachärztliche Versorgung in der Krankenhaus-Notaufnahme geben.
Wolf betonte, dass die OSK gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten arbeiten und keine Politik gegen sie machen wolle. Jetzt sei man daran, die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Klinikum Allgäu im neuen Jahr starten könne. Dazu gehörten auch weitere Gespräche mit dem Sozialministerium. Unter anderem müssten für die drei Häuser die entsprechenden Schwerpunkte der medizinischen Versorgung ausdifferenziert werden, um Doppelstrukturen zu vermeiden. „Wir werden eine Krankenversorgung bekommen, die vom Niveau und Leistungsspektrum über dem liegt, was wir bisher haben“, versprach der OSK-Prokurist.
(Erschienen: 29.07.2010 10:25)








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