Jürgen Ortmann erreicht sein großes Ziel
Die Wut, die der damals 17-jährige Jürgen Ortmann nach einem A-Jugendspiel auf den Unparteiischen hatte, war Anfangspunkt seiner eigenen Schiri-Karriere. „Ich habe von dem Schiedsrichter damals eine Zeitstrafe bekommen, die ich ungerecht fand. Als ich dann nach dem Spiel dem Mann meine Meinung gesagt habe, hat der mich angeworben.“ Drei Jahre später beendete Jürgen Ortmann, der seit der E-Jugend beim SC Unterzeil gekickt hatte, die aktive Karriere und konzentrierte sich voll und ganz auf die Pfeiferei. Sein erstes Spiel war eine E-Jugend-Partie in Aichstetten, ein Jahr später durfte er bereits Bezirksligaspiele leiten, vor zehn Jahren dann in Illertissen die erste Landesligapartie. Dazu kamen Testspiele von Bundesligisten wie VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin oder 1. FC Köln in der Region.
Schiedsrichter in jeder Liga werden von unangemeldet kommenden Beobachtern bewertet. So entsteht ein Ranking, und auch ein Schiedsrichter kann auf- und absteigen. Seit dem Jahr 2000 hielt sich Jürgen Ortmann immer im oberen Drittel des Landesliga-Rankings der 82 Landesliga-Schiris in Württemberg auf. Nie reichte es zum großen Wurf, dem Aufstieg in die Verbandsliga. Doch in der vergangenen Saison war Ortmann den Beobachtern zufolge die klare Nummer eins der Landesliga-Schiedsrichter.
„Als ich die Nachricht erhalten habe, war das eine Riesenfreude“, erzählt der 37-jährige Diepoldshofer, der das mit einem „spontanen Grillfest auf der Veranda“ feierte. Und vor wenigen Tagen gab’s das offizielle Fest in der Turnhalle von Diepoldshofen mit vielen Schiedsrichterkollegen. Insgesamt ist Ortmann übrigens erst der vierte Schiedsrichter der Gruppe Wangen, der Verbandsliga pfeifen darf. Ihm voran gingen der heutige Obmann Josef Ringer aus Leutkirch, der Wangener Norbert Rasch und der selbst noch aktive Christian Merkle (SV Hauerz).
„In der Verbandsliga wird wirklich richtig guter Fußball gespielt. Das ist für den Schiri dann eine wesentlich leichtere Sache als in unteren Ligen“, freut sich Ortmann auf seine neue Aufgabe, bei der ihn weiterhin Bernhard Dorn aus Aichstetten als Assistent unterstützen wird. „Das ist für den Schiri dann eine wesentlich leichtere Sache als in unteren Ligen.“ Weiterhin wird man Jürgen Ortmann aber auch in der Region erleben können. Auch als Verbandsliga-Schiedsrichter wird er für Kreisligaspiele eingeteilt und als Schiri-Beobachter in der Bezirksliga eingesetzt. Außerdem steht Ortmann als Schiri-Assistent in der Oberliga an der Linie.
Für die zeitraubende Tätigkeit trainiert Ortmann zwei, drei Mal in der Woche. Joggingläufe stehen da vor allem auf dem Programm. „Ein guter Schiri läuft in einem Spiel sieben bis zehn Kilometer – oft mehr als die meisten Spieler also“, sagt er.
„Der Aufstieg in die Oberliga ist jetzt, da die Altersgrenze für Schiedsrichter nicht mehr so streng gehandhabt wird, auch noch möglich“, blickte er schon wieder voraus. Ein Mann hat ein Ziel. Und es muss ja nicht wieder zehn Jahre dauern, bis er es erreicht.
(Erschienen: 23.07.2010 11:00)







Leutkirch hat was