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Laupheim

Katzen verschwinden und sterben einsam

LAUPHEIM - Mehrere Katzen sind verschwunden - die Besitzer suchen bis heute vergeblich nach ihnen. Ein Kätzchen wurde angefahren und seinem Schicksal überlassen - das wollten Tierschützer nicht unkommentiert hinnehmen.

Von Agathe Markiewicz und Roland Ray

u Als Marie-Luise Burry am Morgen des 28. September bemerkt, dass das Fressen im Futternapf ihrer Katze nicht angerührt ist, ahnt sie nichts Gutes. Ihre dreijährige Katze Aila ist offensichtlich über Nacht nicht nach Hause in den Ahornweg gekommen. Die Laupheimerin macht sich auf den Weg und sucht die kleine Tigerkatze. Tagelang. Doch alle Mühe ist umsonst. Aila ist unauffindbar. "Ich habe beim Tierheim angerufen, aus dem ich Aila her hatte, aber dort war sie nicht", erzählt Burry. Auch Anrufe bei der Straßenmeisterei und der Polizei haben nichts ergeben. Aila blieb verschwunden.

Das gleiche Schicksal hat auch Helga Engler, eine Nachbarin von Marie-Luise Burry, durchlebt. Ihr zweijähriger Kater Santon - auch eine getigerte Katze - ist im August verschwunden. Die intensive Suche - sowohl in der Nähe des Hauses, wie auch in der weiteren Umgebung - blieb erfolglos. "Ich habe die Nachbarn gefragt, bin mit dem Rad die Gegend abgefahren, habe in den Straßengräben nachgeschaut, aber meinen Santon habe ich nicht gefunden", sagt Engler.

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Die beiden Nachbarinnen haben eine schreckliche Vermutung. "Wir befürchten, dass Tierfänger unsere Katzen gestohlen haben", sagen sie. "Oder Tierquäler, die unseren Lieblingen etwas angetan haben." Nach wochenlanger Suche glauben die beiden nicht mehr daran, dass sie ihre Katzen wiedersehen. Sie hoffen aber, dass sich jemand meldet, der in den vergangen Monaten etwas Auffälliges im Ahornweg beobachtet hat.

Der SZ liegt noch ein weiterer Fall vor: Im Juli verschwand eine getigerte Katze aus dem Meisenweg.

u Das Inserat im Laupheimer Anzeiger macht betroffen: "Katze angefahren", heißt es da - am hellichten Tag in der Ringelhauser Allee. Dann die bittere Feststellung: "Wie rücksichtslos und schnell muss man fahren, wenn solch einem kleinen Wesen nicht einmal mehr ausgewichen werden kann? Es hätte ja duchaus auch ein Kind treffen können." Die Ringelhauser Allee ist Tempo-30-Zone.

Kurz nachdem es passiert war, klingelt bei Dr. Marianne Knirsch das Telefon. Da liege ein Kätzchen, melden Bekannte - eines der ihren? Die Ärztin zählt bei sich zu Hause durch - gottlob, alle Stubentiger sind da. Sie eilt in die Ringelhauser Allee. Höchstens drei Monate alt ist das leblose Knäuel, noch warm, aber tot. Marianne Knirsch und ihr Mann vermuten, dass der Autofahrer nicht mal angehalten, geschweige sich um das Kätzchen gekümmert hat. Das empört sie. "Das Tier hätte ja noch leben können", sagt Dr. Alfred Knirsch. "Und man hätte in der Nachbarschaft fragen können, wem es gehört." Ein Tier sei schließlich nicht wie eine Plastiktüte, die man achtlos wegwirft.

Mit dem Zeitungsinserat möchte das Ehepaar Knirsch aufrütteln. Es wird darin nach Zeugen gefragt und die Frage aufgeworfen: "Wer hat den Mut, sich bei uns zu melden?" Mit dem Autofahrer, sagt Knirsch, würde er diskutieren wollen.

Dieses Kätzchen scheint niemand zu vermissen. Es ruht in Knirschs Garten.

(Erschienen: 15.10.2009 00:06)


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