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Kometen-Sonde Rosetta nimmt jetzt langsam Fahrt auf

Kometen-Sonde Rosetta nimmt jetzt langsam Fahrt auf
Kometen-Sonde Rosetta nimmt jetzt langsam Fahrt auf

(IMMENSTAAD/sz) Die Kometensonde Rosetta sagt der Erde ein letztes „Hallo“: Am 13. November soll die von Europas führendem Raumfahrtunternehmen Astrium für die Weltraumorganisation ESA gebaute Sonde bei ihrem vierten und letzten Swing-by-Manöver durch die Erdanziehungskraft weitere Geschwindigkeit für ihre lange Reise hinaus zum Kometen Churyumov-Gerasimenko aufnehmen.

Um 8.45 Uhr (MEZ) soll Rosetta an der Erde -- südlich der indonesischen Insel Java -- in nur 2500 Kilometer Abstand vorbeirauschen und um fast 13000 km/h auf rund 61000 km/h beschleunigt werden. Zu diesem Zeitpunkt wird das am 2. März 2004 gestartete wissenschaftliche Raumfahrzeug bereits 4,5 Milliarden Kilometer Reiseweg hinter sich haben. Sein nächstes wissenschaftliches Ziel ist dann der Asteroid Lutetia, den Rosetta am 10. Juli des kommenden Jahres erreichen wird. Danach wird die Sonde längere Zeit (von Juli 2011 bis Januar 2014) in eine Art „Winterschlaf“ versetzt. Im Mai 2014 wird das Zielobjekt, der Komet 67/ P Churyumov-Gerasimenko erreicht sein -- nach einer Reisezeit von zehn Jahren und mehr als sechs Milliarden Kilometern Reiseweg.

Sobald die Sonde an ihrem Ziel angekommen ist, wird sie aus einer Höhe von rund einem Kilometer das kleine, sehr komplexe Landegerät Philae auf der Oberfläche des Kometen absetzen. Ausgestattet mit einem eigenen chemischen Minilabor und zahlreichen hoch entwickelten Messeinrichtungen werden die Philae-Instrumente die Oberfläche des Kometen untersuchen und Informationen über dessen Kern liefern. Dann wird Rosetta dem Kometen ein Jahr lang auf seinem 135 000 km/h schnellen Flug in Richtung inneres Sonnensystem folgen und ihn genau untersuchen.

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Für die Planetenforscher ist die Rosetta-Mission so etwas wie eine Reise in die Urzeit des Sonnensystems. Anders als bei Planeten, wo Tektonik und Erosion das Gestein ständig verändert haben, ist das Material im Innern der Kometen seit der Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren unverändert geblieben. Die Schweifsterne sind gewissermaßen tiefgefrorene Archive, die die Wissenschaftler mit dieser Mission zu entschlüsseln versuchen.

Rosetta wurde für die ESA von einem europäischen Industrie-Konsortium mit mehr als 70 Firmen unter der Führung von Astrium (Friedrichshafen) entwickelt und gebaut. Astrium (UK) lieferte die Plattform, von Astrium (F) stammt die komplexe Avionic.

(Erschienen: 09.11.2009 17:20)


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