Papageno und sein Ensemble verzaubern Roter Publikum
Von unserem Mitarbeiter Uwe Kaltenthaler
Ein spielfreudiges Ensemble mit einem heiteren mitreißenden Papageno (Christian Feichtmair), der nicht nur gut singen konnte, sondern sich auch als Schauspielkünstler erwies, hielt die dreistündige Anspannung durch. Maske und Kostüme waren gut und phantasievoll ausgedacht und kennzeichneten klar die einzelnen Gruppierungen. Die Bühnenbildner hatten sich für ein einfaches aber effektvolles Bühnenbild entschieden: Ein weißes Tuch diente dem Ensemble als variabler Hintergrund, im zweiten Akt gegen einen Vorhang aus durchsichtigen Plastikstreifen ausgetauscht. Die Kulisse entsprach damit den Bedürfnissen einer „Wanderbühne“, denn die Opernbühne trat in Wangen, Leutkirch, Rot an der Rot und Isny auf. Chor und Orchester gaben ihr Bestes, das merkte man an der freudigen Reaktion des musikalischen Leiters Adolf Wetzel am Ende der Aufführung. Oliver Haux als Sarastro faszinierte mit umfangreichem Bass und klaren Sprechszenen, Sebastian Haake bewältigte seine Rolle als Tamino sängerisch hervorragend. Heike Heilmann brillierte als Pamina, Maren Christina Roederer als Königin der Nacht. Anja Wichmann, Tanja Ladenburger und Kristina Busch erfüllten auch die schwierigen Terzett- Passagen meisterhaft. Sabine Winter schlüpfte stimmlich und darstellerisch gekonnt in die Rolle der verführerischen Papagena. Nicht zu vergessen der engagierte Einsatz der drei „Knaben“, der Schülerinnen der Jugendmusikschule Wangen, Heiner Miller und Michael Faller als Priester, sowie Tobias Wall als Kontrastspieler und Sänger in der Rolle des Mohren.
Alle ließen sich im letzten Bild von den Zuschauern feiern: Orchester mit Dirigent Adolf Wetzel, die Darsteller unter der Regie von Theo G. Kobler, der Chor der Opernbühne und der Männerchor Eglofs, deren Einstudierung Friedrich-Wilhelm Möller übernommen hat. Mit der erfolgreichen Umsetzung von Mozarts gewaltigem Werk hat sich das Ensemble den frenetischer Schlussapplaus verdient. Eine so gelungene Aufführung ist hier nicht oft zu hören und weckt den Wunsch nach Wiederholung, auch bei finanziellem Risiko des Roter Kulturforums.
(Erschienen: 08.03.2010 16:55)







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