Anzeige Top Werbung
Die Autobörse im Süden
Die Immobörse im Süden
Die Jobbörse im Süden
Bildergalerien aus aller Welt & der Region
Internetfernsehen für die Region
Schrift kleiner groesser

Biberach

Klotz: Fremde finden Biberach nicht

Zu teuer: 50 Cent für Stadtprospekte seien unangebracht, kristierte Stadtmarketingexperte Christian Klotz.
Zu teuer: 50 Cent für Stadtprospekte seien unangebracht, kristierte Stadtmarketingexperte Christian Klotz.

(BIBERACH/sz) Für viel Diskussionsstoff hat Christian Klotz mit seinem Vortrag zum Stadtmarketing am Dienstag gesorgt. Der „City-Guru“ kritisierte neben der Tourist-Info auch die Beleuchtung des Marktplatzes und die Beschilderung in der Innenstadt. Doch er übte nicht nur Kritik. Die Reaktionen der Initiatoren fielen unterschiedlich aus.

Von unserem Mitarbeiter Tobias Rehm

Die Kundenhalle der Kreissparkasse war restlos gefüllt, rund 320 Biberacher waren gekommen, um sich den Vortrag des Innenstadtexperten, der von der Werbegemeinschaft und der Stadt beauftragt wurde, anzuhören. Unaufgeregt, abgeklärt und durchaus unterhaltsam zog der Bad Reichenhaller seine Zuhörer in den Bann. Unterbrochen wurde er dabei immer wieder von spontanem Applaus.

Klotz, bekannt für seinen kritischen Geist, stimmte zunächst Lobeshymnen an. „Es ist schier unmöglich Sie zu provozieren, Ihre Stadt ist sehr attraktiv. Sie sind viel besser als eine durchschnittliche Stadt in Baden-Württemberg“, lobte er, kritisierte aber zugleich: „Wie sollen Fremde Ihre Stadt besuchen, wenn es keine Beschilderung gibt?“

Anzeige

Vor allem die Hotelschilder bemängelte Klotz. „In diesem Nato-oliv-matt Farbton kann die keiner erkennen, da braucht man nachts schon ein Feuerzeug, um sie lesen zu können.“ Auch die Beschilderungen an den Parkhäusern, Gaststätten und in den einzelnen Gassen sind nach Klotz' Ansicht unzureichend: „Sie haben so viel Gutes zu bieten, aber leider kann es keiner finden.“

Und auch die Tourist-Info, die Klotz optisch mit einem Feldlazarett verglich, kam nicht gut weg: „Ihre Tourist-Info hat keine Öffnungs- sondern nur Schließzeiten.“ Ein Automat nebenan würde Touristen zwar mit Prospekten versorgen, doch die Kosten von 50 Cent pro Exemplar seien nicht angebracht.

Die Parkgebühren auf dem dortigen Parkdeck fand der Experte zu hoch und sprach von „Münchner Verhältnissen“. Es sei ein „wahnsinnig gefährliches Signal“, die Parkgebühren zu erhöhen: „Ich weiß nicht was sie beflügelt hat, vermutlich sind Sie spätnachts in einer Sitzung durstig gewesen.“ Die Parkhäuser bezeichnete er hingegen als „freundlich, hell und blitzsauber“.

Beleuchtung bis 22.30 Uhr

Hell und freundlich, so sollte in den Abendstunden auch der Marktplatz und vor allem die Schaufensterbeleuchtung sein -- zumindest bis 22.30 Uhr. Schließlich hätten es die Leute satt, durch graue Städte zu laufen. „Auf dem Marktplatz ist es momentan so finster, da wünscht man sich einen Dobermann an der Seite“, überspitzte Klotz.

Weitere Kritikpunkte waren neben der Gestaltung der Verkehrskreisel auch die Nutzung des Kirch- und des Marktplatzes. Abschließend ermunterte er Biberach, verstärkt auf Tourismus zu setzen „Es gibt wenig Städte in Deutschland, die mit Tourismus eine Chance haben. Aber sie haben eine.“

OB Thomas Fettback sprach nach der Veranstaltung von „vielen interessanten Aspekten“, kritisierte jedoch: „Der Vortrag war mir insgesamt zu tourismuslastig und zu populistisch.“ Zwar dürfe man in Biberach den Tourismus nicht vernachlässigen, er werde aber nie eine Haupteinnahmequelle werden.

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Gustav Eisinger, hingegen war zufrieden: „Es war ein gelungener Abend, an dem wir mit vielen neuen Ideen gefüttert wurden.“ In einem Punkt waren sich Eisinger und der OB einig: Sie wollen an einen Tisch sitzen und schauen, welche Anregungen sie umsetzen wollen. Das erste Treffen zwischen soll zeitnah stattfinden.

City-Guru vs. Oberbürgermeister

Der „City-Guru“ Christian Klotz hat neben der Tourist-Info auch die Beleuchtung des Marktplatzes und die Beschilderung in der Innenstadt bemängelt. Oberbürgermeister Thomas Fettback antwortete auf die Kritik. Welcher Äußerung stimmen Sie am meisten zu?

Klotz: „Gemessen an der Ortsgröße sind die oberirdischen Parkgebühren deutlich zu hoch. Das sind Münchner Verhältnisse.“
OB:„Das stimmt nicht. Wir sind verhältnismäßig nicht teurer als München. Auch im Vergleich zu anderen Städten in der Region sind wir günstiger."
Klotz: „Es muss mehr Leben in die Innenstadt, jeden Tag Live-Musik und Spektakel.“
OB: „Da gebe ich ihm Recht. Aber nicht in dieser fast-food-mäßigen Art und Weise. Wir wollen die Stadt zum Beispiel mit Familientagen beleben."
Klotz: „Ein Fremder findet mit dieser Beschilderung niemals in die Innenstadt.“
OB: „Es stimmt, dass Fremde mit dieser Beschilderung gewisse Orientierungsschwierigkeiten haben. Das müssen wir verbessern."

(Erschienen: 10.03.2010 19:35)


weitere Meldungen aus Biberach





Schützenfest

Das Wetter Heute

präsentiert von der IHK-Region Ulm
Biberach
Biberach
Vormittag
Schauer
14 °
Nachmittag
Schauer
20 °
Nacht
Schauer
8 °
- Anzeige -

- Anzeige -


Der Fachmann - Kompetenz in Ihrer Region