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Biberach

Kindsmissbrauch: Oggelsbeurer Opfer spricht

Missbrauchsvorwurf im ehemaligen Kinderheim: Die Diözese prüft, ob auch in Oggelsbeuren Jungen missbraucht wurden.
Missbrauchsvorwurf im ehemaligen Kinderheim: Die Diözese prüft, ob auch in Oggelsbeuren Jungen missbraucht wurden.

(Oggelsbeuren/sz) Hat sich ein damaliger Pfarrer an Jungen des ehemaligen Kinderheims in Oggelsbeuren vergriffen? Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Um diese Frage zu klären, hofft die Diözese Rottenburg-Stuttgart, dass sich die Betroffenen auch bei ihnen melden.

Von unserer Redakteurin Katharina Täubl

Nun steht auch das ehemalige Kinderheim der Stiftung Piuspflege in Oggelsbeuren unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs. Im Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet ein Betroffener, wie er als Kind dem damaligen Pfarrer Essen auf sein Zimmer brachte. Dort habe er sich Pornobilder ansehen müssen und wurde befummelt. Mehre ehemalige Heimkinder sollen sich beim Spiegel gemeldet und ihre Erlebnisse geschildet haben. Das beschuldigte Kinderheim wurde von 1860 bis 1992 von der kirchlichen Stiftung geführt, bis 1984 mithilfe der Vinzentinerinnen aus dem Mutterhaus Schwäbisch Gmünd und später Untermarchtal.

Über den Spiegel-Artikel ist Dr. Thomas Broch, Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart, entsetzt: Der Pfarrer sei in diesem Artikel so gut beschrieben, dass man leicht auf die Person schließen könne. „Vor personenbezogenen Spekulationen warne ich“, sagt Broch. Dennoch suche die Diözese das Gespräch und die Missbrauchskommission recherchiert. „Wir versuchen, den Dingen nachzugehen“, sagt der Pressesprecher.

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Was die Faktenlage betreffe, wisse die Diözese nicht mehr als das, was im „Spiegel“ steht. Darum sei die Kommission dringend auf konkrete Angaben der Betroffenen angewiesen, so der Pressesprecher. Bisher habe sich allerdings noch niemand gemeldet.

Auch bei der Piuspflege, hält man sich zurück. „Auf meinem Tisch liegt kein konkreter Vorwurf“, sagt Pater Alfred Tönnis, Vorsitzender der Piuspflege und Pfarrer in Vertretung für die Seelsorgeeinheit Ulrika Nisch, zu der auch Oggelsbeuren gehört. „Wenn es Opfer gibt, dann müssten sie sich bei mir melden“, sagt Tönnis weiter. Derzeit wisse man weder, in welchem Jahr das gewesen sein soll, um welchen Pfarrer es sich handelt und wer diese Vorwürfe erhebt. Pater Tönnis betont aber auch, dass die Diözese offensiv mit den Vorwürfen umgehe und alles aufgearbeitet werden soll. Dass der Spiegel „solche Anschuldigungen in den Raum wirft, ist nicht gerade konstruktiv“, sagt Tönnis. Als Rechtsnachfolger müsse die Piuspflege sich entschuldigen, wenn sich Anschuldigungen bewahrheiten. „Dann können wir nur noch versuchen, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen“, sagt Pater Alfred Tönnis.

„Wir kennen keine Betroffenen“, sagt Schwester Lintrud von den Vinzentinerinnen. Im Oggelsbeurer Kinderheim waren die Ordensschwestern nach ihren Angaben für die Erziehung und die hauswirtschaftlichen Aufgaben zuständig. Zwischen 60 und 90 Jungen waren in der Obhut der Piuspflege. In den 70er-Jahren sorgten zehn Marchtaler Schwestern für das „leibliche und geistige Wohl“ der Kinder, schreibt Dr. Hermann Ströbele in seinem Heimatbuch. Drei Lehrer waren dort unter der Leitung des örtlichen Pfarrers angestellt. Die Schwestern aus Untermarchtal hoffen, dass der Fall zügig aufgeklärt wird, sagt Schwester Lintrud auf Anfrage der SZ. Der Orden trage selbst aber nichts dazu bei.

 

Video: Missbrauchskandal Attenweiler

(Erschienen: 23.02.2010 05:30)


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Kommentare (3)

117.03 | 10:19 von Vizemesner
Hallo Auch ich war ein sogenannter Zögling,(bin aber Vollwaise)der Piuspflege,in der Zeit von 1958 bis 1965. Ich kann sehr viel von dieser Zeit berichten, als Betroffener,nur hoffe ich dass meine e Mailadresse nicht weiter gegeben wird. da ich eine bekannte Persönlichkeit in unserer Gemeinde bin. MfG.::::::: mehr
219.03 | 17:40 von HaraldO.Wolf
Piuspflege Oggelsbeuren
Auch ich war von 1956 bis 1962 in diesem Heim. Auser Brügel, Beten und Arbeiten war noch Unterricht bei Lehrern die Tatzen und Hosenspanner austeilten um ihren Sadismus befriedigen zu können. Ich war in diesem Lager Ministrand habe da Sachen erleben dürfen, über die ich nicht mehr sprechen will. mehr
324.03 | 10:11 von Vizemesner
Piuspflege
[I]Dieser Beitrag wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die SZON-Forenrichtlinien gelöscht.[/I] mehr
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