Fünf Bläser zaubern Orchesterklang
Von unserem Mitarbeiter Günter Vogel
Die Trompeter Michael Bischof und Matthias Haslach, der Posaunist und Leiter der Gruppe Berthold Schick, der Hornist Bastian Schmid und Herbert Hornig mit der Tuba malten Fröhliches und Lyrisches, vor allem aber Klangschönes aus dem Barockhof in den Abendhimmel. Die Nick Novas Bläser machen wie viele kluge Musiker keinen Unterschied zwischen E (ernste) - und U (unterhaltende)- Musik, starteten gleich mit dem Knüller des „Aida-Triumphmarsches“, der natürlich beiden Richtungen zuzuordnen ist.Sprung zum Barock
Dann der Sprung zum frühen Barock mit zwei Stücken von Samuel Scheidt, einem langsamen Tanz mit fließendem Melos und schlichter Harmonik und einer eher aggressiven Schlachtenmusik mit schnellen Tonfolgen und durchaus modernem Touch. Wie sie sich dialogisch gegenseitig zu übertrumpfen suchen, repräsentieren die beiden Trompeter die verschiedenen Seiten der kämpfenden Parteien.
Bachs orchestrale Klangfülle offenbarte sich mit seelenvoller Melodie in einer Kantate, gefolgt von einer jagenden Fuge mit zwischen den Instrumenten weiter gereichter, variierter, kombinierter, vervielfältigter Grundmelodie. Dann wieder zwei Ohrwürmer aus Mozarts „Zauberflöte“, das Papageno-Papagena-Duett, ein solistisches Kabinettstück und die „Heilige-Hallen-Arie“ mit der Sarastromelodie der Tuba.
Federleichte Klangkaskaden kamen von der Piccolo-Trompete mit flirrenden Sechzehnteln und Händels barockem Strahlen. Drei Stücke aus Bizets „Carmen“ - die Habanera mit spannend ungewöhnlichem Arrangement; das Toreolied mit leuchtenden Großtönen - zeigten Tempo, Pep und große Klangarchitektur. Mit Unterhaltungsmusik vom Feinsten ging es weiter: „Amazing Grace“ und ein George-Gershwin-Medley, sehr rhythmisch mit pfeffernden Jazz-Elementen.
Bei einem Allgäuer Volkslied begleiteten die vier anderen Berthold Schick, der die Melodie auf dem Alphorn blies. Zwei raffinierte Arrangements vom „lieben Augustin“ mit durchdeklinierten Stimmungen und von der „Schwäb´schen Eisenbahne“, diese auch mal als Walzer, ließen die beiden Ohrwürmer neu hören. Zum Schluss dann noch zum (inneren) Mitsingen: Ein Potpourri aus den unsterblichen Lehar-Melodien der „Lustigen Witwe“.
Jeder der fünf Musiker ist ein eindrucksvoller Könner, virtuos spielen sie ihre zum großen Teil raffinierten Bearbeitungen, die dem genießerischen Publikum immer wieder neue Klangfigurationen spannungsvoll hörbar machten.
(Erschienen: 27.07.2010 11:55)







Federsee Journal Bad Buchau