BUND hat bei „Fischteich“ Oberwasser
Von unserer RedakteurinSabine Ziegler
Wie mehrfach berichtet, laufen Ende dieses Jahres die Pachtverträge des Fischzuchtbetriebes Feldmann mit der Stadt aus und damit hat man auf dem Rathaus die Möglichkeit, dieses „Sahnestückchen“ städtebaulich so aufzuwerten, wie es sich für eine Kur- und Bäderstadt geziemt. Der Gemeinderat hat sich in einer Klausurtagung bereits damit befasst und im Rahmen der Stadtentwicklung war das Gelände jüngst ebenfalls Thema. Auf Antrag der Freien Wähler sind 2009 im Haushalt auch bereits 40 000 Euro eingestellt worden für mögliche Planungen innenstadtnaher Ressorts – angefangen vom „Hirschhof“ über das brachliegende „Gaissmeier“-Ressorts bis hin zu eben jenen Fischteichen.
In diesem frühen Stadium – noch werden hier Fische gezüchtet – haben sich nun die Mitglieder der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unter Leitung von Roland Umbrecht hingesetzt und eine Planung erarbeitet. „Uns geht es um den Erhalt der entstandenen Biotope zwischen Schlossbach und Fischteichen, aber auch darum, den Schlosssee zu schützen, wo Graureiher, Kormoran, Flussseeschwalbe und viele Entenarten brüten“, betont der 57-Jährige Naturschützer im SZ-Gespräch. Wo heute die Fischteiche liegen, die betoniert sind und daher ab 2011 ohnehin saniert oder renaturiert werden müssten, könnten sich die BUNDler die Anlage dreier „Gewässeroasen“ vorstellen – schön naturnah gestaltet mit Brücken, wie man das etwa aus dem Bad Wurzacher Stadtpark kennt.
„Wir könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits tragen wir den hochwertigen ökologischen Lebensräumen Rechnung, andererseits bekäme die Bevölkerung eine interessante Parklandschaft mit Brücken und Aussichtskanzeln in einer stadtnahen Grünzone, die erhaltenswert ist. Und für eine Bebauung direkt an der Straße wäre ebenfalls noch Platz“, so Umbrecht, dem bei der Planung Margit Ackermann, Ursula Hirrlinger, Susanne Maucher und Martin Weinmann hilfreich zur Seite standen; als „Berater“ mit im Boot war „Storchenvater“ Hans Daiber. Im östlichen Bereich an der Bleiche/Stadthalle bleibt demnach Raum für weitere Projekte – etwa für einen Spielplatz, eine Kulturbühne oder andere Dinge mehr.
Biotop-Bewässerung ist gegeben
Das sensible Feuchtgebiet zwischen den 14 Fischbecken und dem Schlossbach jedoch, wo geschützte Arten wie Eisvögel, Teichhühner, Rohrammern, Krickenten und Amphibien leben, könnte auch zukünftig der Natur vorbehalten bleiben, wo der Mensch außen vor bleiben muss. Durch die Anlage der drei Naturweiher im vorderen Bereich ist laut Umbrecht auch künftig die Bewässerung dieses Biotopes gegeben.
Roland Umbrecht, der diese Planungen bereits den vier Ratsfraktionen vorgestellt hat, hält die Vorstellungen des BUND für „ausgewogen und ausbaufähig in mehrere Richtungen“ -- zudem schonten sie das angeschlagene Stadtsäckel. „Ohne das auf Euro und Cent genau sagen zu können, dürften unsere Vorschläge aber zu den preisgünstigsten zählen, die man für dieses Gelände bekommen kann.“
Städtbauliche Rahmenplanung
Auch der Rathaus-Doppelspitze hat der BUND einen Einblick in seine Planungen gegeben. Wie Erster Beigeordneter Thomas Manz gegenüber der SZ zum Sachstand „Fischzucht“ ausführte, wird die Stadt im Frühjahr eine entsprechende städtebauliche Rahmenplanung auf den Weg bringen, die die „Stadtentwicklung 2020“ und damit auch das Gelände zwischen Wasserschloss und Fischteiche zum Inhalt haben wird. Manz: „Vorher über Einzelprojekte zu debattieren, macht daher keinen Sinn. Zuerst müssen wir Grundlagen haben, auf denen wir aufbauen können.“
(Erschienen: 26.01.2010 19:10)
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