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Aulendorf

Storch setzt sich ins gemachte Nest

Der Frühling kommt: Am Wochenende hat sich erneut ein Storch im Nest niedergelassen - und scheint zu bleiben.
Der Frühling kommt: Am Wochenende hat sich erneut ein Storch im Nest niedergelassen - und scheint zu bleiben.

(Aulendorf/sz) Er kam, sah und setzte sich ins gemachte Nest: Am Samstag hat sich ein Storch im Nest auf dem Aulendorfer Schloss eingerichtet. Vermutlich ist es die Störchin vom vergangenen Jahr, die bereits am 20. Februar nach Aulendorf kam. Zuvor hatten Feuerwehr und Naturschützer das Nest hergerichtet.

Von unserem Mitarbeiter  Georg Steinhauser

Der bereits am Samstag, 20. Februar, erstmals im Schlossnest aufgetauchte rechts beringte Storch kehrte am vergangenen Samstag zurück und scheint jetzt zu bleiben. Nach der Beringung handelt es sich vermutlich um die letztjährige Störchin. Die Ringnummer konnte noch nicht abgelesen werden. Während die Störchin bei der Futtersuche war, wurde bei idealer Wetterlage das Schlossnest gerichtet. In Aulendorf ist dafür ein besonderer Einsatz der Feuerwehr notwendig, da der hoch gelegene Schlosshorst mit der Drehleiter nicht erreicht werden kann. Die Feuerwehrleute müssen vom Giebelzwischenraum mit Hilfe von Leitern über das Schlossdach zum Nest klettern.

Der harte lehmige Untergrund in der Nestmulde wurde entfernt und der vom Storchenexperten und Nestbauer Hans Daiber aus Bad Waldsee und Eckhard Lehmann aus Aulendorf-Steinenbach geflochtene innere Kranz ins Nest gebracht. Dieser soll bei starken Regenfällen dafür sorgen, dass das Wasser gleich durch die Bodenzwischenräume versickert und nicht bis in die Nestkuhle gelangt. Zum Schluss wurden Zweige und Schilf im Nest abgelegt. Die Störchin zeigte sich bei ihrer Rückkehr über die Veränderungen etwas irritiert, hat dann aber mit dem Herrichten des Nestes begonnen. Am Sonntagmorgen umflog ein zweiter Storch einige Male das Schlossnest, landete aber nicht.

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Die Instandsetzung des Schlossnestes war erforderlich, da öfters zu beobachten war, dass sich das Wasser nach Regengüssen in der Nestkuhle staute. Die Storchenküken werden im Frühjahr infolge der unzureichenden Nahrungsquellen vorwiegend mit Regenwürmern gefüttert, die von den Altstörchen in die Nestmitte ausgewürgt werden. Eine klebrige Masse bleibt zurück, die mit der Zeit verhärtet. Für die Storchenküken wäre dies eine tödliche Falle, wenn das Regenwasser im Nest stehen bleiben würde. Es bestünde die Gefahr des Ertrinkens oder des Todes infolge Unterkühlung.

Oberschwaben bietet für die Störche im Gegensatz zu früher keinen idealen Lebensraum mehr. Fatal wirkt sich aus, dass die Milchwirtschaft immer weiter zurückgeht. Deshalb ist die erfolgreiche Wiederansiedlung der Weißstörche dauerhaft nur dann erfolgreich, wenn die Nahrungsgebiete verbessert und besonders ausreichende Feuchtgebiete geschaffen werden. In Aulendorf würde die geplante Renaturierung der Schussen den Störchen und anderen Vögeln und Tieren viel bringen. Für dieses ehrgeizige Projekt werden vom BUND weiter Spenden gesammelt.

(Erschienen: 28.02.2010 15:55)


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