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Mengen

In Scheer geht „älles d’r Bach na“

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Mußbrenner der Bräutelzunft Scheer eröffneten den Großen Narrensprung beim OHA-Bruderschaftstreffen in dem Donaustädtle.
Mußbrenner der Bräutelzunft Scheer eröffneten den Großen Narrensprung beim OHA-Bruderschaftstreffen in dem Donaustädtle.

(SCHEER/sz) Bereits seit Freitag Abend sind in Scheer die Narren los gewesen. Einer der Höhepunkte war zum Auftakt das „Grand OHA-Opening“ im Festzelt mit DJ Jeff.

Von Kurt Kugler und Tobias Wagner 

Der Beginn für das OHA- Narrentreffen in Scheer mit dem „Grand OHA-Opening“ mit DJ Jeff war am Freitag bestens gelungen. Die Erwartungen der Bräutelzunft und der bewirtenden Stadtkapelle wurden mit rund 2000 Besuchern weit übertroffen. Das Festzelt im „Hofgarten“ war proppevoll. Die ständige Präsenz von Polizei und Security taten der tollen Partystimmung keinen Abbruch, sondern sie sorgte für eine friedliche Disco-Nacht. In bunt gemischten Kostümen sorgte vor allem die Jugend aus dem ganzen Umkreis für fetzige Partystimmung. Mit der Übergabe des Rathausschlüssels an Zunftmeister Tobias Mahlenbrei wurde Stadtschultheiß Jürgen Wild über die närrischen Tage entmachtet. Die Bräutelgesellen hatten zuvor das närrische Wahrzeichen mitten in der Stadt aufgestellt und die Insignien der Zunft angebracht. Zu diesem traditionellen Narrenbaumsetzen im Städtle und anschließendem buntem Narrentreiben im Festzelt hatten sich rund 3000 Besucher versammelt. Sie genossen das bunte Treiben im Festzelt mit Disco-Musik und dem Auftritt von Guggenmusik-Kapellen. Gerade bei diesem Guggenmusik-Treffen hatte sich die prächtige Stimmung im voll besetzten Festzelt nahtlos fortgesetzt. Die Mischung aus jungen und älteren Besuchern passte erfreulich gut zusammen, und gemeinsam wurde gefeiert bis spät in die Nacht hinein. Ihren großen Auftritt hatten dann die Bruderzünfte aus Scheer, Ostrach, Herbertingen und Altshausen am Sonntag beim Großen Narrensprung. Zum großen Narrenbruderschaftstreffen waren aber auch weitere Zünfte aus der Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte VFON gekommen und verwandelten Scheer in einen „Narrenkessel“. Knapp drei Stunden lang schlängelte sich der Zug der mehr als 5000 Hästräger durch das Donaustädtchen, eröffnet von der Bräutelzunft, der Stadtkapelle und dem Fanfarenzug Scheer. Es folgten die drei Bruderzünfte Altshausen, Herbertingen und Ostrach mit ihren Zunftmeistern, Musikkapellen und „Mäschkerles“, von der Tribüne gegenüber des Rathauses begrüßt vom Bräutelzunft-Meister Tobias Mahlenbrei. Vier Jahre ist es her, dass Scheer Gastgeber des OHA-Treffens gewesen ist. Aber wer sich noch daran erinnerte, stellte recht schnell fest, dass noch mehr Zuschauer als beim letzten Mal die Straßen säumten. Zu recht, waren doch Zünfte bis aus dem Schwarzwald und der Schweiz dabei. Eindrucksvolle Auftritte wie die der Hagen-Henker-Zunft Beffendorf mit ihren überdimensionalen „Häge“, der bissigen „Schnurre-Schletzer“ aus Zürich, der Gardemädchen der Narrenzunft Herrenzimmern, die zu einem Tänzchen einluden, werden noch lange in Erinnerung bleiben. Aber auch heimische Zünfte aus der Region wurden zu Hinguckern: Die Doraus-Zunft aus Bad Saulgau gab keinem der Zuschauer einen Korb, und nachdem die quirligen Hexen der Narrenzunft Mengen über die Straße rauschten, war diese besenrein. Spontan übernahm Landrat Dirk Gaerte das Mikrofon – und fühlte sich sofort in seinem Element. „So viel wie hier darf ich im ganzen Kreistag nicht zusammenschwätzen“, verriet er und moderierte den folgenden Umzug samt der Holzäpfel aus Dunningen, die schönsten, die er je gesehen habe. Neben großen Zünften wie den „Plätzlern“ aus Altdorf-Weingarten kamen in Scheer auch kleinere heimische Vereinigungen zum Zuge, so die Heimat- und Narrenvereine aus Günzkofen, Ölkofen, Enzkofen oder Ursendorf, teilweise mit großem Aufgebot wie der Narrenverein Blochingen mit seinem Narrenruf „Ällas goad d’r Bach na“, was selbst der Landrat nur bestätigen konnte.

(Erschienen: 07.02.2010 19:10)


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