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Bad Saulgau

In Zeiten leerer Kassen packen Musiker selbst mit an

Freiwillige packen in Fulgenstadt mit an und richten ein altes Gebäude wieder her.
Freiwillige packen in Fulgenstadt mit an und richten ein altes Gebäude wieder her.

(BAD SAULGAU-FULGENSTADT/sz) Der Musikverein Fulgenstadt hat eine alte Scheune samt Garagen gekauft. Freiwillige Helfer packen an und renovieren. Eine private Initiative die zeigt, dass auch in Zeiten leerer Kassen etwas geht. Die Musiker brauchen den Platz unter anderem für Anhänger und alte Instrumente.

Von unserem Redakteur  Marcus Haas

„Es ist nicht so ganz üblich, dass ein Verein eine eigene Immobilie erwirbt“, sagt Rolf Zubler. Der Vorsitzende des Musikvereins hat Verständnis dafür, dass die Stadt in Zeiten leerer Kassen, Geld für wichtigere Dinge braucht. Das bedeutet aber nicht, dass der Musikverein auf bessere Zeiten wartet, sondern nun nutzten die Verantwortlichen die Chance und kauften eine alte Scheuer samt Garagen. Das ehemalige Anwesen Sauter in der Mieterkinger Straße steht seit Jahren leer, verfällt und gehört nun nach zähen Verhandlungen mit einer Erbengemeinschaft dem Musikverein. Die Gesamtkosten liegen bei 15 000 Euro und bedeuten für den Verein einen finanziellen Kraftakt, da er auch in diesem Jahr wieder in neue Instrumente für die Jugendausbildung und in die aktive Kapelle investieren muss. Zuschüsse gibt es keine. Das Geld soll vor allem durch Eigenleistung und Spenden reinkommen.

Diese Investition für zusätzliche Räume ist notwendig, weil der derzeitige Platz unter anderem für Anhänger, alte Instrumente, Festutensilien, Noten und Zubehör nicht mehr reicht. Ein Teil davon befindet sich derzeit noch im Dachgeschoss des alten Schulhauses, wo auch das Probelokal ist. Das Problem: Instrumente sind hier zu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Zudem lagern weitere Wertsachen noch in einer alten Scheune in Fulgenstadt. Die gibt es aber bald nicht mehr, weil der Eigentümer den Platz selbst für ein Wohnhaus samt Doppelgarage braucht. Er reißt die Scheune ab. „Sogar der Musikanhänger stand bislang im Freien“, macht Zubler deutlich.

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Am neuen Standort müssen sowohl die Scheuer als auch die zwei Garagen renoviert und für die Verhältnisse des Musikvereins umgebaut werden. Eine neue Bodenplatte aus Beton haben die freiwilligen Helfer am neuen Standort bereits gesetzt. Im nächsten Schritt werden dann die großen Scheunentore komplett renoviert, auch damit die neuen Räume sicher verschlossen werden können. Es kommen zudem frische Balken und Zwischenwände für die Noten- und die Instrumentenaufbewahrung rein. Außen wird auch das Fachwerk freigelegt, und das alte Gebäude erhält einen neuen Putz und Anstrich, damit es auch optisch wieder etwas hergibt. „Die Renovierung der Gebäude mit neuem Putz und Anstrich trägt zudem zur Verschönerung des Ortsbildes bei“, sieht Zubler die private Initiative auch zum Wohle der Allgemeinheit. Der Vorsitzende rechnet noch mit rund 500 Stunden Eigenleistung, die von freiwilligen Helferinnen und Helfern erbracht werden müssen. Fulgenstadt zeige aber mit dem Beispiel Dorfgemeinschaftshaus, dass man auch mit privater Initiative solche Projekte steuern kann, wenn zudem Firmen vor Ort mithelfen.

(Erschienen: 27.07.2010 14:30)


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