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Irina Kalentieva mischt die Weltcup-Szene auf

Als Kind flitzte Irina Kalentieva auf Langlaufbrettern durch die Wälder ihrer russischen Heimat. Erst mit 13 Jahren stieg die spätere Mountainbike-Weltmeisterin auf den Drahtesel um. „Fahrradfahren war einfach unsere schnellste Fortbewegungsmöglichkeit“, erinnert sich die zierliche Russin an die Anfänge ihrer Karriere. „So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Besuche bei meinen Verwandten und Freunden mit einer intensiven Trainingseinheit kombinieren.“

Auch heute macht Irina Kalentieva manchmal außergewöhnliche Trainingseinheiten: Schon von weitem sieht man 20 Kinder auf ihren Bikes. Vorneweg ihr prominenter Tour-Guide Irina Kalentieva. Die zwei Stunden Schnuppertraining haben den Waldhausener Grundschülern Spaß gemacht. „Ich könnte mir nach dem Ende meiner aktiven Laufbahn durchaus vorstellen, mit Kindern zu arbeiten“, wagt die „Rainbow“-Pilotin vom Rennstall Ergon-Topeak einen Blick in die Zukunft. Doch das wird wohl noch eine ganze Weile dauern.
Denn beim Biken gilt die Formel „je oller desto toller.“ „Das ist richtig“, nickt die Weltmeisterin von 2007 zustimmend. „In der Cross-Country-Konkurrenz sind einige Spitzenfahrerinnen zwischen 30 und 40 Jahren.“
Ihren eigenen Karrierefahrplan hat die 32-jährige Ausnahme-Pilotin sehr konkret vor Augen. „Mein Nahziel sind neben den jährlichen Weltmeisterschaften die Olympischen Spiele 2012 in London. Als Schlussakkord könnte ich mir die Olympischen Wettkämpfe 2016 in Brasilien vorstellen. Es wäre doch ein Traum, die Fahrradschuhe am Zuckerhut an den berühmten Nagel zu hängen.“
Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von Irina Kalentieva vor vielen Jahren in der russischen Republik Tschauwaschien, in dem Dörfchen Norwasch-Schigali. Dort, 600 Kilometer östlich von Moskau, leben die Menschen sehr einfach. „Als ich 2000 nach Deutschland kam, sind mir die asphaltierten Straßen zuerst aufgefallen. Die Trainingsmöglichkeiten auf der Ostalb sind für Mountainbiker geradezu ideal“, schwärmt sie. Dennoch hat sich das jahrelange Training auf den aufgeweichten Pisten ihrer Heimat bezahlt gemacht. „Ich komme bei Nässe oft besser zurecht als meine Kontrahentinnen“, erzählt das russische Leichtgewicht.
Die sportlichen Gene hat Irina Kalentieva wohl von ihrem Vater, einem ausgezeichneten Langstreckenläufer. „Mit ihm und meinen Geschwistern habe ich sehr viel Sport getrieben.“ Das erste Fahrrad bekam sie mit 13 Jahren. Es war 13 Kilogramm schwer. Schon nach zwei Monaten intensiven Trainings hatte sie erste Erfolge bei kleinen Mountainbike-Rennen „Da entstanden der Wunsch und der Wille, eine Weltklassefahrerin zu werden.“ Für dieses Ziel quälte sich Irina Kalentieva zweimal am Tag mehrere Stunden lang durch die unendlichen Wälder der Taiga.
Entdeckt wurde sie schließlich von Professor Vladimir Krasnow, der die 14-Jährige mit in die Sportschule nach Tscheboksary nahm. Dort studierte sie Sportwissenschaften und trainierte in professionellen Strukturen. Nach einem Jahr durfte sie als beste Fahrerin ihrer Schule an internationalen Rennen teilnehmen, unter anderem beim Weltcuprennen in St. Wendel im Saarland.
Hier wurden die Weichen für Kalentievas weiteres Leben gestellt. Denn in St. Wendel lernte sie den damaligen Manager vom Merida-Rennstall, Thomas Klotzbücher, und ihren späteren Manager, Thai Do aus Wasseralfingen, kennen. Damit waren die Brücke nach Deutschland geschlagen. Kalentieva startete wie eine Rakete in den „Bike“-Himmel und mischte die Weltcup-Szene auf. 2007 sicherte sie sich den Weltmeistertitel und 2008 die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney.
Nicht nur sportlich, auch privat scheint Irina Kalentieva angekommen zu sein. Mittlerweile wohnt die 32-Jährige mit ihrem Lebenspartner Jochen Katzmann in Wasseralfingen und genießt das Leben im „Ländle“ in vollen Zügen. Ob sie die letzten Jahre ihrer Karriere im Dress der deutschen Nationalmannschaft startet, ist offen. „Es gibt Gespräche mit dem Deutschen Mountainbike-Verband. Allerdings sind die Anerkennung und finanzielle Unterstützung für Spitzensportler im eigenen Land höher“, glaubt sie. Zweimal im Jahr besucht die Weltklasse-Pilotin ihre russische Heimat: „Einmal, um an den russischen Meisterschaften teilzunehmen, das andere Mal, um meine Lieben zu sehen.“



3 Trails von Irina Kalentieva nachfahren

Strecke Schwierigkeit Länge Höhendifferenz
Limes-Trail leicht 32,6 Km 122 Meter mehr
Panorama-Trail mittel 40,3 Km 279 Meter mehr
Rosenstein-Trail hoch 52,5 Km 336 Meter mehr


Verbände und Vereine



http://www.wuerttfv.de/
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Schwimmverband Württemberg
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WLV
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