Vollblutpolitiker Eppler blickt in die deutsche Geschichte
Erhard Eppler ist zweifellos ein Kenner der Politik der letzten Jahrzehnte. Selbst viele Jahre politisch engagiert, hat er mit namhaften Politikern wie Willy Brandt und Helmut Schmidt zusammengearbeitet und in ihren Kabinetten auch Ministerämter begleitet. „Darüber hinaus kann und darf man auch feststellen, dass Sie für menschliche und soziale Werte einstehen und diese auch vehement verteidigen“, sagte Ellwangens OB Karl Hilsenbek in seiner Einführungsrede.
Der in Ulm geborene und in Schwäbisch Hall aufgewachsene Eppler hat einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und einen Hang zur strengen Logik. Vor allem letztere hat ihn quasi in die Arme der Politik getrieben, weil er viele Dinge die da gesagt oder getan wurden, unlogisch fand. Er wollte es besser machen und trotz aller Hürden ist er seinen Prinzipien bis dato treu geblieben. „Es ist keine Schande, es ist nur Politik“, ist eine seiner Aussagen die das politische Terrain auf der sich Politiker bewegen und bewegt haben umschreibt.
Eppler betonte am Anfang seines Vortrags, dass alles was er an eigener Meinung vor Publikum verkünde rein subjektiver Natur sei. Eppler will sich daher auch eher als Zeitzeuge der jüngeren Geschichte verstanden wissen und nicht als objektiver Historiker.
Epplers zeitgeschichtlicher Rückblick rückt vor allem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vordergrund. Die Spaltung des Deutschen Volkes in zwei Nationen auf lange Zeit, die darauffolgende Phase des Kalten Krieges und die glückliche und friedliche Wiedervereinigung beider deutschen Staaten rückten dabei in den Fokus von Epplers Ausführungen. Versetzt mit Epplers eigenen Erfahrungen und persönlichen Erlebnissen aus dieser Zeit erhält der Vortrag eine Lebendigkeit die den Zuhörer mit auf eine Reise durch beinahe real anwesende Zeitgeschichte nimmt. Zur Wiedervereinigung der Deutschen bemerkt Eppler eindringlich: „Was hatten wir damals Glück, dass kein Blut vergossen wurden. Vermutlich hatten wir vor 20 Jahren mehr Glück als Verstand“.
Bereits im Vorfeld seines abendlichen Vortrags verbrachte Eppler seine Zeit mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufen am Peutinger-Gymnasium. Dabei durften die jungen Menschen den erfahrenen Polithasen alles fragen was die letzten Jahrzehnte in Deutschland gesellschaftlich und politisch geprägt hat. Eppler selbst zeigte sich im Anschluss erstaunt und erfreut über den Kenntnisstand der Jugend in Bezug auf die deutsche Geschichte.
(Erschienen: 12.03.2010 11:10)










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