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Aalen

Die Aalener Ditib-Moschee macht den ersten großen Schritt

(AALEN/gäss) Lange Jahre hat sich der Aalener türkisch-islamische Kulturverein nach einer repräsentativen Moschee gesehnt. Am Samstag nun beginnt der Umbau des früheren Autohauses Kolb und Ehrmann in der Ulmer Straße. "Wir denken von Schritt zu Schritt", sagt Vorstandsmitglied Muammer Ermis.

Am . September beginnt der Ramadan. Und Spenden während des heiligen Monats gelten im Islam als besonders verdienstvoll. Dass die Spendenbereitschaft im Ramadan höher ist, ist für den türkisch-islamischen Kulturverein ein willkommener Nebeneffekt, wie Sprecher Muammer Ermis sagt. Denn der Umbau des früheren Autohauses Kolb und Ehrmann zu einer Moschee wird allein über Spenden finanziert. Von Baukosten in Höhe von rund 2,5 Millionen ist die Rede. Ermis macht die Kosten aber von der Art der Ausstattung abhängig. "Wir müssen von Schritt zu Schritt denken. Wir bauen immer dann, wenn wir Geld haben."

Der erste Schritt jedenfalls wird am Samstag mit einem Spatenstich um 16 Uhr getan. Kulturbürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher wird dabei sein, Cevdet Celen, Attaché für Religionsfragen aus Stuttgart, der Imam und Aalener Vereine. "Jeder, der Lust hat, ist eingeladen", sagt Muammer Ermis. Wie überhaupt die Moschee ein offener Ort der Begegnung für alle sein soll. Wenn sie einmal fertig ist: Der türkisch-islamische Kulturverein geht von einer Bauzeit von sieben bis zehn Jahren aus.

Zunächst soll der Rohbau mit Kuppel und 27 Meter hohem Minarett erstellt werden. Der Gebetsraum mit Predigtkanzel und Gebetsnische wird "das Herz der Moschee", sagt Ermis. Er entsteht über der früheren Werkstatt und dem ehemaligen Tankstellenshop und soll bis zu 1000 Menschen Platz bieten. Die Gemeinde hat zwar nur rund 400 Mitglieder, aber viel mehr Gläubige, wie Ermis sagt.

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Nach und nach sollen unter anderem ein Vorstandszimmer und ein Jugendraum dazukommen, ein Treff für Senioren sowie Schulungsräume für PC- und Deutschkurse, aber auch für den Islamunterricht nach modernen Methoden und mit neuen Büchern. "Da wird nichts Verbotenes gemacht", betont Ermis.

Die Moschee solle daher kein reines Gotteshaus sein, sondern auch eine Kultur- und Begegnungsstätte für alle. Den Bau geht der türkisch-islamische Kulturverein übrigens gut schwäbisch an, mit möglichst vielen Eigenleistungen - und: "Wir schauen, wo wir sparen können."

Der türkisch-islamische Kulturverein Aalen ist auch als Ditib-Moschee bekannt, Vorsitzender des siebenköpfigen Vorstands ist Mehmet Özbek. Ditib steht für Diyanet Isleri Türk Islam Birligi, zu Deutsch: türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion. Die Ditib, 1984 gegründet in Köln, ist ein Dachverband für türkische Gemeinden und Moscheen, sie gilt als weltoffen und liberal.

(Erschienen: 28.08.2008 00:06)


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