Der Ostalb fehlen immer noch 23 Berufsschullehrer
Von unserem Redakteur Alexander Gässler
Die Zahlen stammen vom Kultusministerium, und genau genommen fehlen heute weniger Berufsschullehrer als noch im November. Damals hatte der Landkreis nach einer Umfrage unter den sieben beruflichen Schulen ein Defizit von 26,1 Deputaten ausgemacht. Richtig entspannt habe sich die Lage aber nicht, sagt Vitus Riek, geschäftsführender Schulleiter der beruflichen Schulen im Ostalbkreis, auf Nachfrage der Aalener Nachrichten.
Lehrermangel herrscht nach Rieks Worten vor allem in der klassischen Berufsschule. An den Vollzeitschulen – also etwa an den beruflichen Gymnasien, der Technikerschule oder am Berufskolleg – sei das Defizit dagegen gering. Riek bringt das Problem auf den Punkt: Die beruflichen Schulen verzeichnen weiter Zuwächse, bekommen aber nicht mehr Lehrerstellen. Und das ist nicht unbedingt immer eine Frage des Geldes. Es sei schwierig, geeignete Lehrkräfte in den Ingenieurswissenschaften zu finden, sagt Riek, beispielsweise im Maschinenbau, in der Elektro-, Informations- oder Fahrzeugtechnik.
Gleichwohl schiebt Ulla Haußmann der Landesregierung den Schwarzen Peter zu, weil die 749 für den regulären Unterricht nötige Lehrerstellen nicht finanziere. Daraus ergebe sich ein strukturelles Defizit in Höhe von 4,5 Prozent, teilt die SPD-Landtagsabgeordnete mit. Im Ostalbkreis liege der Anteil des strukturellen Unterrichtsausfalls bei 4,2 Prozent – oder 13522 Unterrichtsstunden pro Jahr. „Mit der Nichtbesetzung gefährdet die Landesregierung die Ausbildung der jungen Menschen und ihre Zukunftschancen“, kritisiert Ulla Haußmann. Wegen Krankheit, Fortbildungen und Vertretungsstunden summiert sich der Unterrichtsausfall ihr zufolge auf landesweit 12,5 Prozent.
Vitus Riek würde sich ein Lehrerkontingent wünschen, um den derzeitigen starken Schülerjahrgängen gerecht zu werden. Ganz grundsätzlich müsse aber das Image des Lehrerberufs verbessert werden, sagt er.
(Erschienen: 11.03.2010 13:50)










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