Theaterwelt
Immer weniger deutsche Orchester
"36 Kulturorchester sind faktisch von der Landkarte verschwunden", erklärte die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) am Dienstag in Berlin. Damit drohe die Bundesrepublik ihre einmalig dichte Musiklandschaft zu verlieren, sagte der Vorsitzende der Orchester-Gewerkschaft, Hartmut Karmeier.
Entsprechend ging auch die Zahl der Planstellen auf knapp 9 900 feste Arbeitsplätze zurück. Immer mehr Positionen würden in den von Kommunen, Ländern und Rundfunkanstalten finanzierten Orchestern mit Aushilfskräften besetzt. "Die Orchester bröckeln am Rand", sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Mittlerweile seien 705 Stellen nicht besetzt. Angesichts der Sparzwänge der Kommunen mit steigenden Sozialausgaben drohe ein weiteres Orchestersterben. "Wir haben es hier mit einem schleichenden Abbau zu tun", sagte Mertens.
Bei der Orchesterfinanzierung gibt es laut DOV ein "Südwest-Nordost-Gefälle". Während die Klangkörper in Bayern und Baden-Württemberg auskömmlich finanziert werden, stehe etwa in Mecklenburg-Vorpommern die Orchesterlandschaft zur Disposition. Von ehemals acht Orchestern in der Region gebe es durch Fusionen in Greifswald und Stralsund sowie in Neubrandenburg und Neustrelitz mit Rostock und Schwerin nur noch vier Orchester, für die es wiederum weitere Pläne für eine Zusammenlegung gibt.
Konflikte sieht die DOV auch bei sächsischen Orchestern in Radebeul und Riesa sowie für Halberstadt und Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Auch im Westen sei etwa die Zukunft der Bergischen Symphoniker in Remscheid offen.
(Erschienen: 24.01.2012 13:42)
"36 Kulturorchester sind faktisch von der Landkarte verschwunden", erklärte die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) am Dienstag in Berlin. Damit drohe die Bundesrepublik ihre einmalig dichte Musiklandschaft zu verlieren, sagte der Vorsitzende der Orchester-Gewerkschaft, Hartmut Karmeier.
Entsprechend ging auch die Zahl der Planstellen auf knapp 9 900 feste Arbeitsplätze zurück. Immer mehr Positionen würden in den von Kommunen, Ländern und Rundfunkanstalten finanzierten Orchestern mit Aushilfskräften besetzt. "Die Orchester bröckeln am Rand", sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Mittlerweile seien 705 Stellen nicht besetzt. Angesichts der Sparzwänge der Kommunen mit steigenden Sozialausgaben drohe ein weiteres Orchestersterben. "Wir haben es hier mit einem schleichenden Abbau zu tun", sagte Mertens.
Bei der Orchesterfinanzierung gibt es laut DOV ein "Südwest-Nordost-Gefälle". Während die Klangkörper in Bayern und Baden-Württemberg auskömmlich finanziert werden, stehe etwa in Mecklenburg-Vorpommern die Orchesterlandschaft zur Disposition. Von ehemals acht Orchestern in der Region gebe es durch Fusionen in Greifswald und Stralsund sowie in Neubrandenburg und Neustrelitz mit Rostock und Schwerin nur noch vier Orchester, für die es wiederum weitere Pläne für eine Zusammenlegung gibt.
Konflikte sieht die DOV auch bei sächsischen Orchestern in Radebeul und Riesa sowie für Halberstadt und Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Auch im Westen sei etwa die Zukunft der Bergischen Symphoniker in Remscheid offen.
(Erschienen: 24.01.2012 13:42)
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