Theaterwelt
Bregenzer Festspiele suchen Intendanten
Der Wiener Kulturmanager, der in der österreichischen Hauptstadt erfolgreich das ambitionierte Opernhaus Theater an der Wien leitet, konnte sich mit der Geschäftsführung nicht über künstlerische und organisatorische Details einigen, gab das Festival am Dienstag auf seiner Homepage bekannt.
Damit stehen die Bregenzer Festspiele, die jährlich bis zu 200 000 Zuschauer an den Bodensee locken, wieder am Anfang. Das Hin und Her in Sachen Intendanz zieht sich bereits seit dem Sommer 2010 hin. Damals galt das Verhältnis zwischen dem britischen Regisseur David Pountney, der 2004 die Intendanz bis 2013 übernommen hatte, und der Festivalleitung als getrübt.
Der Stiftungsvorstand gab bekannt, über Pountneys Zukunft über 2013 hinaus beraten zu wollen. Tatsächlich wurde die Intendanz gegen Jahresende ausgeschrieben, obwohl Pountney bereits Interesse signalisiert hatte, am See bleiben zu wollen. Festspielpräsident Günte Rhomberg erklärte sogar öffentlich, der Vertrag mit dem Briten werde nicht verlängert.
Wenig später die Kehrtwende: Im März wurde Pountneys Vertrag noch um die Saison 2014 verlängert, doch nur wenige Wochen später entschied sich Pountney anders. Er erklärte seinen Abgang doch nach 2013 und kündigte an, er werde ein Angebot der wallisischen Nationaloper annehmen. Man erklärte gemeinsam, "im Einvernehmen mit allen Beteiligten" den Vertrag zu lösen.
Offen blieb die Frage nach der Leitung für 2014 - bis durchsickerte, dass es ein Angebot aus Bregenz an den Leiter des Theaters an der Wien gebe. Tatsächlich präsentierte Präsident Rhomberg am 24. Mai den Wiener Kulturmanager Roland Geyer als künftigen Intendanten.
Dessen Pläne waren für Bregenz aus Sicht der Festspielleitung offensichtlich zu ambitioniert. Zwar betonen beide Seiten, man habe sich einvernehmlich getrennt. Doch Geyer gibt als Begründung an, die Vertragsauflösung sei geschehen, "da ich mich von den Bregenzer Festspielen für die Umsetzung meiner künstlerischen Konzepte nicht im notwendigen Ausmaß unterstützt sah".
Der designierte Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur APA in Wien enttäuscht, dass die "erfolgversprechende Zusammenarbeit nicht zustande kommt". Bei der Detailarbeit am Programm hätten sich "völlig verschiedene Auffassungen" gezeigt.
Nun springt Pountney wieder ein. Der 64-Jährige kuratiert von seiner wallisischen Heimat aus das Programm für 2014. Das sei keine Wunschsituation, heißt es in Bregenz, und die Zeit drängt. Nun will man schnell reagieren. Einen neuen Intendanten will die Festivalleitung spätestens im Herbst vorstellen.
(Erschienen: 24.01.2012 19:42)
Der Wiener Kulturmanager, der in der österreichischen Hauptstadt erfolgreich das ambitionierte Opernhaus Theater an der Wien leitet, konnte sich mit der Geschäftsführung nicht über künstlerische und organisatorische Details einigen, gab das Festival am Dienstag auf seiner Homepage bekannt.
Damit stehen die Bregenzer Festspiele, die jährlich bis zu 200 000 Zuschauer an den Bodensee locken, wieder am Anfang. Das Hin und Her in Sachen Intendanz zieht sich bereits seit dem Sommer 2010 hin. Damals galt das Verhältnis zwischen dem britischen Regisseur David Pountney, der 2004 die Intendanz bis 2013 übernommen hatte, und der Festivalleitung als getrübt.
Der Stiftungsvorstand gab bekannt, über Pountneys Zukunft über 2013 hinaus beraten zu wollen. Tatsächlich wurde die Intendanz gegen Jahresende ausgeschrieben, obwohl Pountney bereits Interesse signalisiert hatte, am See bleiben zu wollen. Festspielpräsident Günte Rhomberg erklärte sogar öffentlich, der Vertrag mit dem Briten werde nicht verlängert.
Wenig später die Kehrtwende: Im März wurde Pountneys Vertrag noch um die Saison 2014 verlängert, doch nur wenige Wochen später entschied sich Pountney anders. Er erklärte seinen Abgang doch nach 2013 und kündigte an, er werde ein Angebot der wallisischen Nationaloper annehmen. Man erklärte gemeinsam, "im Einvernehmen mit allen Beteiligten" den Vertrag zu lösen.
Offen blieb die Frage nach der Leitung für 2014 - bis durchsickerte, dass es ein Angebot aus Bregenz an den Leiter des Theaters an der Wien gebe. Tatsächlich präsentierte Präsident Rhomberg am 24. Mai den Wiener Kulturmanager Roland Geyer als künftigen Intendanten.
Dessen Pläne waren für Bregenz aus Sicht der Festspielleitung offensichtlich zu ambitioniert. Zwar betonen beide Seiten, man habe sich einvernehmlich getrennt. Doch Geyer gibt als Begründung an, die Vertragsauflösung sei geschehen, "da ich mich von den Bregenzer Festspielen für die Umsetzung meiner künstlerischen Konzepte nicht im notwendigen Ausmaß unterstützt sah".
Der designierte Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur APA in Wien enttäuscht, dass die "erfolgversprechende Zusammenarbeit nicht zustande kommt". Bei der Detailarbeit am Programm hätten sich "völlig verschiedene Auffassungen" gezeigt.
Nun springt Pountney wieder ein. Der 64-Jährige kuratiert von seiner wallisischen Heimat aus das Programm für 2014. Das sei keine Wunschsituation, heißt es in Bregenz, und die Zeit drängt. Nun will man schnell reagieren. Einen neuen Intendanten will die Festivalleitung spätestens im Herbst vorstellen.
(Erschienen: 24.01.2012 19:42)
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