Musik
Konzerte in Wien und Berlin begeistern weltweit
Das Wiener Orchester begrüßte mit mal heiteren, mal besinnlichen Klängen am Freitag das neue Jahrzehnt. Geleitet wurde das traditionelle Neujahrskonzert - wie bereits vor zwei Jahren - vom Franzosen Georges Pretre (85). Und viel Frankreich stand dann auch auf dem Programm. Das traditionelle Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker wurde am Donnerstag erstmals von dem Entertainer Harald Schmidt moderiert und von der ARD übertragen. Die Berliner versetzten ihre Zuhörer mit russischen Klängen in Stimmung.
Das Wiener Ensemble präsentierte von der «Polka francaise» von Johann Strauß über «Der Carneval in Paris» von dessen Vater bis hin zu Jacques Offenbachs berühmter Ouvertüre zu den «Rheinnixen». Freude wollte Pretre den Menschen mit der Auswahl der Werke bringen, und die Zuschauer waren begeistert. Bereits nach einer halben Stunde gab es erste «Bravo»-Rufe aus dem Publikum.
Das Konzert ist für den Maestro etwas Besonderes. «Es ist eine zweistündige Liebeserklärung an die Welt», hatte er im Vorfeld betont. Bereits seit 47 Jahren kommt er regelmäßig nach Wien und schon genauso lange arbeitet er mit den Wiener Philharmonikern zusammen. «Jeder soll für zwei Stunden seine Sorgen vergessen», erklärte er. Ein schönes Ziel, wenn man bedenkt, dass das Neujahrskonzert erstmals in über 70 Länder übertragen wurde und damit etwa 45 Millionen Menschen in aller Welt erreicht. Erstmals waren auch Sri Lanka, Mosambik, Trinidad und die Mongolei zugeschaltet.
Zum Auftakt des musikalischen Feuerwerks spielten die Philharmoniker die Ouvertüre zu «Die Fledermaus» von Johann Strauß, es folgte ein bunter, beschwingter Reigen aus Walzer, Polka und Galopp. Nach der Pause verbeugten sich die Wiener Philharmoniker mit der Ouvertüre zu «Die lustigen Weiber von Windsor» vor ihrem Gründer Otto Nicolai, der 1842 die besten Musiker der Oper zu einem Konzert versammelt hatte. Dieses gilt als die Geburtsstunde des berühmten Orchesters. Umrahmt wurden mehrere Stücke von Live-Schaltungen ins Kunsthistorische Museum, wo Tänzer der Pariser und Wiener Oper in herrlichen Roben des italienischen Modeschöpfers Valentino die Melodien als Ballett interpretierten.
Das Berliner Orchester spielte unter Leitung ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow und den zweiten Akt aus dem Ballett «Der Nussknacker» von Peter Tschaikowsky. Das Publikum in der seit langem ausverkauften Philharmonie feierte nicht nur das Orchester und seinen Dirigenten frenetisch, sondern auch den Solisten des Abends, den chinesischen Starpianisten Lang Lang. Für sein zwischen entrückt, verzückt und ekstatisch wechselndes Spiel erhielt er langen Beifall und Blumen aus dem Publikum, für die er sich mit Handkuss bedankte.
Rattle wünschte dem Publikum ein «frohes, musikalisches neues Jahr», um es im nächsten Moment zu fragen: «Und wir brauchen sofort Musik, oder?» Mit dem «Schneeflockenwalzer» aus dem ersten Akt des Balletts als Zugabe entließ er sein Publikum in die schneeverwehte Berliner Nacht. Harald Schmidt blieb für die Besucher der Philharmonie unsichtbar. Nur für die Fernsehzuschauer trat er als Moderator in Erscheinung.
Die ARD war erstmals am Silvesterabend Partner der Berliner Philharmoniker. Zuvor hatten sich das ZDF und das Orchester nach über 30-jähriger Kooperation nicht mehr über die weitere Zusammenarbeit einigen können. Nun übertrug die ARD das Konzert live, das außerdem in China, Großbritannien, Irland, Frankreich und in der Türkei ausgestrahlt wurde, zeitversetzt auch in Japan.
(Erschienen: 01.01.2010 15:40)
Das Wiener Orchester begrüßte mit mal heiteren, mal besinnlichen Klängen am Freitag das neue Jahrzehnt. Geleitet wurde das traditionelle Neujahrskonzert - wie bereits vor zwei Jahren - vom Franzosen Georges Pretre (85). Und viel Frankreich stand dann auch auf dem Programm. Das traditionelle Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker wurde am Donnerstag erstmals von dem Entertainer Harald Schmidt moderiert und von der ARD übertragen. Die Berliner versetzten ihre Zuhörer mit russischen Klängen in Stimmung.
Das Wiener Ensemble präsentierte von der «Polka francaise» von Johann Strauß über «Der Carneval in Paris» von dessen Vater bis hin zu Jacques Offenbachs berühmter Ouvertüre zu den «Rheinnixen». Freude wollte Pretre den Menschen mit der Auswahl der Werke bringen, und die Zuschauer waren begeistert. Bereits nach einer halben Stunde gab es erste «Bravo»-Rufe aus dem Publikum.
Das Konzert ist für den Maestro etwas Besonderes. «Es ist eine zweistündige Liebeserklärung an die Welt», hatte er im Vorfeld betont. Bereits seit 47 Jahren kommt er regelmäßig nach Wien und schon genauso lange arbeitet er mit den Wiener Philharmonikern zusammen. «Jeder soll für zwei Stunden seine Sorgen vergessen», erklärte er. Ein schönes Ziel, wenn man bedenkt, dass das Neujahrskonzert erstmals in über 70 Länder übertragen wurde und damit etwa 45 Millionen Menschen in aller Welt erreicht. Erstmals waren auch Sri Lanka, Mosambik, Trinidad und die Mongolei zugeschaltet.
Zum Auftakt des musikalischen Feuerwerks spielten die Philharmoniker die Ouvertüre zu «Die Fledermaus» von Johann Strauß, es folgte ein bunter, beschwingter Reigen aus Walzer, Polka und Galopp. Nach der Pause verbeugten sich die Wiener Philharmoniker mit der Ouvertüre zu «Die lustigen Weiber von Windsor» vor ihrem Gründer Otto Nicolai, der 1842 die besten Musiker der Oper zu einem Konzert versammelt hatte. Dieses gilt als die Geburtsstunde des berühmten Orchesters. Umrahmt wurden mehrere Stücke von Live-Schaltungen ins Kunsthistorische Museum, wo Tänzer der Pariser und Wiener Oper in herrlichen Roben des italienischen Modeschöpfers Valentino die Melodien als Ballett interpretierten.
Das Berliner Orchester spielte unter Leitung ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow und den zweiten Akt aus dem Ballett «Der Nussknacker» von Peter Tschaikowsky. Das Publikum in der seit langem ausverkauften Philharmonie feierte nicht nur das Orchester und seinen Dirigenten frenetisch, sondern auch den Solisten des Abends, den chinesischen Starpianisten Lang Lang. Für sein zwischen entrückt, verzückt und ekstatisch wechselndes Spiel erhielt er langen Beifall und Blumen aus dem Publikum, für die er sich mit Handkuss bedankte.
Rattle wünschte dem Publikum ein «frohes, musikalisches neues Jahr», um es im nächsten Moment zu fragen: «Und wir brauchen sofort Musik, oder?» Mit dem «Schneeflockenwalzer» aus dem ersten Akt des Balletts als Zugabe entließ er sein Publikum in die schneeverwehte Berliner Nacht. Harald Schmidt blieb für die Besucher der Philharmonie unsichtbar. Nur für die Fernsehzuschauer trat er als Moderator in Erscheinung.
Die ARD war erstmals am Silvesterabend Partner der Berliner Philharmoniker. Zuvor hatten sich das ZDF und das Orchester nach über 30-jähriger Kooperation nicht mehr über die weitere Zusammenarbeit einigen können. Nun übertrug die ARD das Konzert live, das außerdem in China, Großbritannien, Irland, Frankreich und in der Türkei ausgestrahlt wurde, zeitversetzt auch in Japan.
(Erschienen: 01.01.2010 15:40)
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