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Das Frieren für Bond hat sich gelohnt

BREGENZ / mb Der neue Bond kommt bald in die Kinos - wenige Auserwählte konnten bereits in dieser Woche den Film in Pressevorführungen sehen. SZ-Redakteur Michael Brandt hat ihn sich mit den Augen eines Statisten, der bei den Drehs in Bregenz Anfang Mai dabei war, angeschaut. Sein erstes Fazit: Die langen Nächte auf der Seebühne haben sich gelohnt.

Insofern ist es schon etwas Besonders, dass Bond in Bregenz mit dem Flieger auf dem eigens erfundenen Bregenzer Flughafen ankommen darf, dass ein paar Szenen von Greenes Fahrt durch die Feldkircher Altstadt gezeigt werden, bevor es zum ersten Showdown des Films auf der Seebühne kommt. Überhaupt, dass Bregenz gut sieben Minuten Ort des Geschehens ist. Hier trifft er zum ersten Mal auf das Netzwerk von Greene, natürlich in der Tosca-Aufführung.

Die Geschichte geht in etwa so: Die Bösen treffen sich in der Oper. Bond schleicht sich ein, indem er einen der Bösewichte kalt macht und sich dessen Minifunkgerät ins Ohr steckt. Natürlich ist die Oper nur Tarnung, tatsächlich schließt Mister Greene währenddessen Verträge über einen geplanten Staatsstreich in Bolivien ab. Bond klettert aufs Bühnenbild, um Greene gewissermaßen auf Tosca-Augenhöhe gegenüberzustehen und den Verhandlungen über Funk zu lauschen. Er hört aber nicht nur zu, sondern mischt sich ein und erklärt Greene, dass er ihm das nicht durchgehen lassen will. Woraufhin eine wilde Verfolgungsjagd quer durch das Festspielhaus beginnt, die diverse Bösewichte nicht überleben. Bond schon, wenn auch mit einigen Schrammen.

Szenen mit Statisten sind vor allem zu Beginn der Sequenz zu sehen, als Greene und Bond das Festspielhaus betreten. Hier gibt es auch eine ganze Reihe von Nahaufnahmen, bei denen einzelne Gesichter gut zu erkennen sind. Allerdings teilweise nur für Bruchteile von Sekunden. Um herauszufinden , ob das eigene Gesicht im Film zu sehen ist, muss man folglich warten, bis die DVD veröffentlicht wird.

Das gesamte Publikum ist in mehreren Einstellungen von oben links zu sehen, dann werden immer wieder Ausschnitte aus den Reihen gezeigt, wo neben Bösewichten auch Statisten zu erkennen sind. Nicht im Film ist hingegen der Gang von Bond entlang der Publikumsreihen, der in der zweiten Statistennacht auf der Bühne gedreht wurde. Aber nicht nur Statisten sind umsonst gesessen, auch einige Schauspieler, die in Bregenz engagiert waren, kommen im Film nicht vor. Ein Koreaner zum Beispiel, der noch in den Filmtrailern als einer von Greenes Kumpanen gezeigt wurde, fehlt im Film selbst völlig. Was dem Tempo des Films natürlich zugute kommt. Während der 103 Minuten geht es in rasender Geschwindigkeit vom Gardasee über die Toscana nach Haiti nach Bregenz nach Italien nach Bolivien nach Russland und wieder nach London. Besonders atemberaubend ist natürlich die Eröffnungssequenz.

Film erzählt zwei Geschichten

Insgesamt setzt „Quantum of Solace“ fort, was schon in „Casino Royal“ begonnen hat. Die Figur Bonds wird nach außen härter, ist innen aber weicher als zuvor. Regisseur Marc Forster erzählt dabei zwei Geschichten gleichzeitig. Erstens die von der Jagd nach den Bösen, die unter dem Deckmantel einer Umweltorganisation weltweit versuchen, Wasservorräte zu sichern. Zweitens ist es die Geschichte des Geheimagenten, der nach dem Tod seiner geliebten Vesper am Ende von „Casino Royal“ tief zerrissen ist und jetzt die Hintergründe für ihren Tod aufdecken will. Bei der Handlung gehen zwar nicht alle Fäden auf, aber es bleibt einem im Dauerfeuer von Schauplätzen, Verfolgungsjagden, Schlägereien, den atemberaubenden Bildern von Regisseur Marc Forster und einer einzigen Liebesszene ohnehin kaum Zeit, darüber nachzudenken.

Insgesamt ist Bond Nummer 22 sicher einer der besten, die je gedreht wurden. Das Tosca-Auge ist unsterblich geworden, die Seebühne Teil der Filmgeschichte. Die Nächte in der Kälte haben sich allemal gelohnt.

(Erschienen: 26.10.2008 12:00)

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