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Braunschweigs Fans machen Vollmann und Holdorf zu Sündenböcken

Braunschweig dpa Eintracht Braunschweig hat sich bei der fünften Trainerentlassung der 2. Fußball-Bundesliga auch dem Druck der Straße gebeugt. „Wir haben die Schnauze voll“, skandierten die aufgebrachten Fans von Eintracht Braunschweig nach der 1:2-Heimpleite gegen den Karlsruher SC.

Lautstark forderten rund 500 Eintracht-Anhänger vor der Geschäftsstelle personelle Konsequenzen - und hatten damit Erfolg. Nach einer einstündigen Präsidiumssitzung verkündete Vereinschef Gerhard Glogowski per Megafon die Trennung vom erfolglosen Trainer Peter Vollmann. Am Wochenbeginn leitete der bisherige Assistent Peter Zanter das Training beim Tabellenletzten.

„Es gab nach unserer festen Überzeugung keine andere Möglichkeit. Die Entscheidung ist einstimmig gefasst worden. Wir gehen davon aus, dass wir damit einen Wendepunkt schaffen können“, sagte Glogowski. Der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen hatte nach acht sieglosen Zweitligaspielen die Partie gegen den KSC zum Schlüsselspiel erklärt. Die Lippenbekenntnisse für Vollmann vor zwei Wochen zählten ebenso wenig wie die Verdienste in der Vergangenheit. „Das ist grausam. Eine Entlassung ist für jeden Trainer grausam“, sagte Vollmann, der den deutschen Ex-Meister nach neun vergeblichen Anläufen in diesem Sommer in den Profi-Fußball zurückgeführt hatte.

Der Unmut der tobenden Menge, die von Polizei und Ordnungskräften in Schach gehalten wurde, richtete sich nicht nur gegen Vollmann, sondern vor allem gegen Manager Dirk Holdorf. Für die Fans ist der Sohn des Zehnkampf-Olympiasiegers Willi Holdorf der Hauptschuldige an der sportlichen Misere. „Holdorf raus“, riefen die Fans, doch das Präsidium hielt zunächst an dem umstrittenen Manager fest. Holdorf musste unter Polizeischutz und durch eine Hintertür die Geschäftsstelle verlassen.

Der neue Trainer soll möglichst schnell verpflichtet werden und die Braunschweiger Mannschaft im Auswärtsspiel beim MSV Duisburg erstmals betreuen. Im Gespräch sind unter anderem Uwe Erkenbrecher, Falko Götz und Frank Pagelsdorf. „Ich habe mit Herrn Pagelsdorf nicht gesprochen. Wir haben uns aber Gedanken gemacht, das ist klar. In dieser Situation muss man sich Gedanken machen“, sagte Glogowski dem Fernsehsender DSF.