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Heeresflieger meistern den Kongo-Einsatz "mit Bravour"

Laupheim - Alle am Kongo-Einsatz beteiligten Heeresflieger sind wohlbehalten wieder zu Hau-se. Beim gestrigen Jahresabschluss-appell in Laupheim bescheinigte ihnen Brigadegeneral Robert Bund, dass sie die Afrika-Mission "mit Bravour gemeistert" haben. Das gesamte Regiment bekam ein dickes Lob für die 2006 geleistete Arbeit.

Von unserem Redakteur Roland Ray

Mit der Rückkehr des Kongo-Kontingents sei ein in der öffentlichen Diskussion umstrittener Einsatz zu Ende gegangen, zog General Bund, Kommandeur der Heeresfliegerbrigade 3, vor den zum Appell angetretenen Soldaten und den geladenen Gästen Bilanz. Nun aber stehe fest: "Der Auftrag war sinnvoll und konnte zu 100 Prozent erfüllt werden." Allen Unkenrufen zum Trotz seien die von der Europäischen Union entsandten Truppen ein Garant für die weitgehend friedlich verlaufene Wahl in dem krisengeschüttelten Land gewesen.

Insgesamt wurden seit Juni 227 Heeresflieger nach Afrika geschickt, die meisten aus Laupheim und Rheine. Die drei in Kinshasa stationierten CH 53-Transporthubschrauber waren 222 Stunden in der Luft. Die Heeresflieger hätten sich einmal mehr hervor-ragend bewährt, lobte Bund. Angesichts der anderen, zeitgleichen Auslandseinsätze der Bundeswehr sei das Engagement im Kongo allerdings eine Kraftanstrengung gewesen, "die man nicht zum Standard erheben darf. Dann würden unsere Kräfte überdehnt und auf Dauer die Einsatz- und Durchhaltefähigkeit gefährdet."

Man sei glücklich und dankbar, dass alle Soldatinnen und Soldaten unversehrt aus dem Kongo zurückgekehrt sind, betonte Bund. Dass dies keine Selbstverständlichkeit sei, zeige der tödliche Flugunfall über Kabul, der sich gestern zum vierten Mal jährte und bei dem auch drei Laupheimer Soldaten starben. Zum Andenken an sie spielte die Regimentskapelle das Lied vom Guten Kameraden.

Als Leitverband CH-53 für alle Auslandseinsätze und die Gebirgsflugausbildung spiele das Laupheimer Regiment seit bald 15 Jahren eine Doppelrolle, sagte der Kommandeur Oberst Hans-Christoph Specht. Es sei bemerkenswert, mit welchem Elan und Eifer die Soldatinnen und Soldaten und die zivilen Mitarbeiter diese Herausforderung immer wieder bewältigten. Das sei nur durch eine Gemeinschaftsleistung möglich, die spürbar unterstützt werde durch die enge Einbindung in das soziale Umfeld der Stadt und der Region.

Hafer übergibt an Demps

Der Appell auf dem Heeresflugplatz war verknüpft mit Ehrungen, Abschieden und einem Wechsel an der Spitze der Fliegenden Abteilung 251:

u Oberstleutnant Thomas Hafer, der diese Abteilung bisher kommandierte, wechselt nach Veitshöchheim in den Stab der Division Luftbewegliche Operationen (DLO), in der alle Heeresfliegerverbände der Bundeswehr zusammengefasst sind. Oberst Specht und Brigadegeneral Bund würdigten ihn als geradlinigen und zielstrebigen Offizier mit beispielgebender fachlicher Expertise. Die Kongo-Mission habe Hafer als Erkunder und Verantwortlicher der Heeresflieger in Kinshasa wesentlich geprägt. Dafür bekam er gestern, neben Hauptfeldwebel Christian Porada, die Einsatzmedaille verliehen.

u Hafers Nachfolger in Laupheim ist Oberstleutnant Stefan Demps, der nach demStudium der Luft- und Raumfahrttechnik früher schon in der Kiesinger-Kaserne stationiert und zuletzt beim Heeresamt in Köln tätig war.

u In den Ruhestand versetzt wurden drei altgediente Offiziere: der stellvertretende Regimentskommandeur Oberstleutnant Helmut Kleine-Beek, der für Specht "mein engster Vertrauter, Mitarbeiter und Freund" war; Oberstleutnant Maximilian Selmaier, für die Flugsicherheit verantwortlicher Stabsoffizier ("sein unermüdliches Schaffen hat wesentlich dazu beigetragen, den Flugsicherheitsstandard dieses Verbandes zu stärken, zu fördern und auf einem hohen Niveau zu erhalten"); und Oberstleutnant Kurt Frank ("er hat durch seine Arbeit unser Regiment zu dem zurzeit IT-technisch bestausgestatteten Verband, nicht nur Süddeutschlands, gemacht").

u Eine "Förmliche Anerkennung" wur-de Oberstabsfeldwebel Andreas Leichsenring für seine Arbeit am Nutzungskonzept von Kaserne und Flugplatz zuteil.

u 25 000 Euro Prämie hat Oberstabsfeldwebel a. D. Helge Herbert zugesprochen bekommen, für einen Kosten senkenden Vorschlag. Eine technische Änderung am Hauptrotor der CH-53 spart Geld für Wartung und Instandsetzung; das jährliche Sparpotenzial wurde auf mehr als 356 000 Euro beziffert.

 
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