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Großbrand richtet Millionenschaden an

BAD SAULGAU-FRIEDBERG - Schaden in Millionenhöhe ist am Samstagfrüh bei einem Großbrand auf dem Hof von Herbert Oehler in Friedberg entstanden. Eine drei Jahre alte Maschinenhalle mit dem Maschinenpark des landwirtschaftlichen Betriebs wurde ein Raub der Flammen, darunter die erst im Frühjahr montierte Photovoltaik-Anlage.

Von unserem Redakteur Rudi Multer

An so etwas hat in Friedberg am Samstag zwischen fünf und sechs Uhr niemand gedacht. Selbst Landwirt Herbert Oehler nicht. Als ein Nachbar bei ihm gegen halb sechs Sturm läutet, denkt er zunächst, dass der im Nachbarhaus wohnende Sohn ihn beim Kalben einer Kuh zu Hilfe holt. Doch als er aus der Wohnung stürmt, steht die offene Maschinenhalle, zwanzig Meter oberhalb des Wohnhauses, in Flammen. Wilfried Oehler, der Sohn, kann gerade noch einen Kipper und einen Ladehänger in Sicherheit bringen. Das Getreide auf dem Hänger brennt bereits.

Der landwirtschaftliche Betrieb verliert in wenigen Minuten sein ganzes fahrbares Gerät: Drei Schlepper, Kreiselwender, Kreiselschwader, Packpresse, Güllefass und verschiedene Hänger. Dazu 400 bis 500 Packen Stroh und 350 Packen neues und altes Heu. Hier bekommt das Feuer leichte Nahrung. Durch die große Hitzeentwicklung fangen auch Gerätschaften Feuer, die außerhalb des Gebäudes stehen.

Kreisbrandmeister Michael Hack eilt vor Ort. "Das Schwierige ist die Wasserversorgung", sagt der Sigmaringer Feuerwehrchef mit Wohnsitz in Hochberg. Neben der Bad Saulgauer Wehr mit den Abteilungen Bogenweiler, Haid und Sießen wurde deshalb der zentral in Herbertingen stationierte Schlauchwagen 2000 zu Hilfe gerufen. Mit seinen 2000 Metern Schlauch baut die Feuerwehr eine Verbindung zum Bach auf. Wasserführende Fahrzeuge wurden zusätzlich aus Herbertingen und Hohentengen nach Friedberg gerufen, auch Landwirte mit Jauchefässern schaffen Wasser heran.

Als die Feuerwehr um 6.16 Uhr alarmiert wird und wenige Minuten später am Brandort eintrifft, ist das Gebäude nicht mehr zu retten. Ein Nachbar erzählt, dass er morgens im Bett immer wieder ein Krachen gehört habe. Die Photovoltaik-Zellen auf dem Dach des Schuppens bersten unter der großen Hitzeeinwirkung. Der Sohn des Nachbarn ist um halb vier nachts nach Hause gekommen. Zu dieser Zeit war noch alles ruhig, sagt er.

Rauchwarnung unnötig

Der starke Rauch ist weithin sichtbar, sogar in der Kernstadt ist er zu riechen. Die Rauchsäule sei ständig beobachtet worden, sagt Kreisbrandmeister Michael Hack. Wetter und Wind sind günstig und treiben den Rauch vom bewohnten Gebiet weg. Die Feuerwehr verzichtet deshalb auf eine Rauchwarnung an die Bevölkerung. Vor Ort waren auch der Leiter des Polizeireviers Bad Saulgau, Wolfgang Krieger, und ein Beamter der Kriminalpolizei Sigmaringen. Sie können über die Brandursache nichts sagen. Den ganzen Samstag dauern die Lösch- und Aufräumarbeiten der Feuerwehr an. Erst ab Sonntag können Brand-Experten die Halle betreten.

Nicht der erste Brand

Es ist nicht der erste Brand der Familie Oehler. Anfang der 90er-Jahre brannte das Wohnhaus, nur wenige Tage nachdem es frisch renoviert war. Und wieder überraschte die Familie ein Unglück nach einer Investition. Nur wenige Monate nachdem die Photovoltaik-Anlage frisch montiert war, brennt nun die Maschinenhalle nieder. Kostenpunkt allein der neuen Anlage: 400 000 Euro.

 
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