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Zeitarbeit dient im Raum Ehingen als Job-Motor

EHINGEN - Aufgrund der starken Konjunktur setzen viele Unternehmen im Raum Ehingen auf Leiharbeiter. Gerade in der Metall- und Elektrobranche (die SZ berichtete) ist das Thema Zeitarbeit nicht mehr wegzudenken. "Zeitarbeit floriert", sagt auch Milivoj Milosevic vom Personalservice Ehingen.

Dr. Tobias Mehlich, Geschäftsführer von Südwestmetall, bringt es auf den Punkt: "140 Menschen haben im vergangenen Jahr im Raum Ehingen durch Zeitarbeit eine Festanstellung bekommen. Zeitarbeit kann somit ein sehr guter Job-Motor sein." Und Mehlich muss es wissen. Schließlich befragt der Geschäftsführer Jahr für Jahr die Unternehmen der Metall- und Elektrobranche im Raum Ehingen.

Aktuell will das Ehinger Liebherr-Werk laut Personalleiter Jürgen Joos "mehr als 50 Leiharbeiter im Jahr 2008 fest anstellen". "Leiharbeiter bringen einem Unternehmen mehr Flexibilität. Dadurch können wir besser auf die Konjunktur reagieren. Hier liegt jedoch auch das Risiko eines Leiharbeitnehmers", sagt Jürgen Joos. "Wenn jedoch ein Arbeiter zu uns passt und seine Leistung stimmt, dann sind die Chancen für einen auf 18 Monate befristeten Arbeitsvertrag gut."

Doch wie sieht es mit der Verfügbarkeit von Leiharbeitern im Raum Ehingen aus? "Wir haben 308 Mitarbeiter in unserem Bestand. Und mehr als 65 davon arbeiten in der Metall- und Elektrobranche der Region", sagt Milivoj Milosevic, der als Jungunternehmer mit seiner Ehinger Firma in den vergangenen zwei Jahren sehr schnell gewachsen ist. "Unsere Mitarbeiter verbringen zwischen drei Monate und zwei Jahre in einem Unternehmen, je nach Bedarf eben", sagt Milosevic, der sich über die Nachfrage im Raum Ehingen nicht beschweren kann: "Noch immer ist die Nachfrage nach Leiharbeitern seitens der Unternehmer größer, als unser Angebot."

In Sachen Übernahme-Möglichkeiten für die Leiharbeiter unterstreicht Milosevic die Aussage von Dr. Tobias Mehlich: "In der Region Ehingen wird jeder dritte Leiharbeiter von uns von den Unternehmen in ein festes Arbeitsverhältnis überführt." Bis auf die Baubranche, in der per Gesetz keine Zeitarbeiter erlaubt sind, vermittelt Milosevic in alle Bereiche der Ehinger Wirtschaft. "Unsere Arbeiter sind zwischen 18 und 59 Jahre alt. Gerade die jungen Arbeiter haben durch ihre Tätigkeit als Leiharbeiter sogar die Chance auf einen Ausbildungsplatz", betont Milosevic.

Barbara Gerstenberg vom Ehinger Personaldienstleister "IZS" geht sogar noch einen Schritt weiter: "Selbst als gelernter Bäcker kann man in der Metall- und Elektrobranche Fuß fassen. Zeitarbeit dient eben auch als Sprungbrett für so genannte Berufs-Quereinsteiger." Die Vorteile einer Leiharbeit definiert Gerstenberg so: "Sie dient auch Menschen, die in ihrem Lebenslauf Schwachpunkte haben."

"Klebe-Effekt" ist wichtig

Für Klaus Jacob, Disponent der Ehinger Zeitarbeit, sind vor allem längerfristige Verträge mit den hiesigen Unternehmen wichtig: "Zwar setzen wir unsere Mitarbeiter auch hin und wieder kurzfristig ein, uns ist es aber wichtig, dass die Menschen bis zu zwei Jahre bei den Unternehmen unterkommen. Dann kann es auch zu dem so genannten Klebe-Effekt, sprich zur Übernahme kommen."

Für Ehingens Vorzeigeunternehmen "Tries" kommen Leiharbeiter jedoch nicht in Frage. "Wir haben keine Leiharbeiter und werden auch keine benötigen. Das passt nicht zu unserer Unternehmensphilosophie", betont Manfred Tries.

(Erschienen: 30.05.2008 00:07)

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