Vorsicht Trickbetrüger: Dubiose Handwerker nehmen Ellwangen ins Visier

Von unserem Redaktionsmitglied Patrik Stäbler
Als Rudolf Mayers Telefon klingelt, weiß er noch nicht, dass dieser Anruf seinem Vater eine Menge Geld sparen wird. 1400 Euro, um genau zu sein. Am Apparat ist Mayers Bruder: Er habe soeben mit dem Vater telefoniert, und dieser habe erzählt, dass am nächsten Tag Handwerker zu ihm ins Haus kämen, um den Kamin zu reparieren. „Den Kamin?“ – Mayer lacht auf. „Den haben wir doch gerade erst sanieren lassen!“ Und ausgerechnet jetzt, wo sein anderer Bruder, der beim über 80-jährigen Vater lebt, im Urlaub ist?
Umgehend fährt Mayer zum Vater nach Ellwangen, und der Blick auf den Tisch bekräftigt seinen Verdacht: Dort liegen 1500 Euro – in bar. „Die vermeintlichen Handwerker haben abends angerufen und meinen Vater überrumpelt. Sie haben ihm erzählt, dass sie einen Auftrag vom zuständigen Schornsteinfeger erhalten hätten. Der Vater solle gleich zur Bank fahren und das Geld abheben. Sie kämen dann vorbei, man würde das Ganze unkompliziert erledigen.“ Mayer hat sich in Rage geredet. „Die haben gemerkt, dass sie es mit einem älteren Menschen zu tun haben, den sie leichter hereinlegen können. Mein Vater hatte von denen keinen Namen, keine Nummer, keine Karte.“ Nur an eines erinnert er sich: „Das war ein sehr netter Herr am Telefon.“ Doch als Mayer beim Kaminkehrer anruft, stellt sich heraus: Einen derartigen Auftrag gibt es nicht. Der ach so nette Herr ist ein Betrüger.
„Wir kennen diese Masche, doch glücklicherweise kommt sie nur sehr selten vor“, sagt Erwin Schmidt von der Schornsteinfegerinnung Stuttgart. Trotzdem rät er zur Vorsicht: „Die Menschen kennen ihren Kaminkehrer, und wenn plötzlich ein Fremder vor der Tür steht, sollte man zuerst einmal misstrauisch sein.“ Zudem seien Schornsteinfeger bei größeren Reparaturen verpflichtet, eine schriftliche Mängelmeldung zu verfassen, betont Schmidt. „Und Aufträge an Handwerker vergeben wir gar nicht.“
In Mayers Fall geht die Sache glimpflich aus. Er informiert die Polizei, und als die Handwerker tags darauf tatsächlich anrücken, ist die Schwester vor Ort. „Sie hat denen klargemacht, dass es hier nichts zu reparieren gibt. Nach einer kurzen Diskussion hat mein Vater schließlich hundert Euro bezahlt, und die Handwerker sind abgezogen“, erzählt Mayer. „Arbeiten wollten die gar nicht. Die hatten eine so kurze Leiter dabei, dass sie nicht mal aufs Dach gekommen wären.“
Mehr über die Geschichte von Rudolf Mayer (Name von der Redaktion geändert), warum er glaubt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, und was die Polizei zu dem Thema Kamin-Betrüger mitteilt, lesen Sie in der Ausgabe der Ipf- und Jagst-Zeitung / Aalener Nachrichten vom 16. Juli.
(Erschienen: 15.07.2010 17:20)

Von unserem Redaktionsmitglied Patrik Stäbler
Als Rudolf Mayers Telefon klingelt, weiß er noch nicht, dass dieser Anruf seinem Vater eine Menge Geld sparen wird. 1400 Euro, um genau zu sein. Am Apparat ist Mayers Bruder: Er habe soeben mit dem Vater telefoniert, und dieser habe erzählt, dass am nächsten Tag Handwerker zu ihm ins Haus kämen, um den Kamin zu reparieren. „Den Kamin?“ – Mayer lacht auf. „Den haben wir doch gerade erst sanieren lassen!“ Und ausgerechnet jetzt, wo sein anderer Bruder, der beim über 80-jährigen Vater lebt, im Urlaub ist?
Umgehend fährt Mayer zum Vater nach Ellwangen, und der Blick auf den Tisch bekräftigt seinen Verdacht: Dort liegen 1500 Euro – in bar. „Die vermeintlichen Handwerker haben abends angerufen und meinen Vater überrumpelt. Sie haben ihm erzählt, dass sie einen Auftrag vom zuständigen Schornsteinfeger erhalten hätten. Der Vater solle gleich zur Bank fahren und das Geld abheben. Sie kämen dann vorbei, man würde das Ganze unkompliziert erledigen.“ Mayer hat sich in Rage geredet. „Die haben gemerkt, dass sie es mit einem älteren Menschen zu tun haben, den sie leichter hereinlegen können. Mein Vater hatte von denen keinen Namen, keine Nummer, keine Karte.“ Nur an eines erinnert er sich: „Das war ein sehr netter Herr am Telefon.“ Doch als Mayer beim Kaminkehrer anruft, stellt sich heraus: Einen derartigen Auftrag gibt es nicht. Der ach so nette Herr ist ein Betrüger.
„Wir kennen diese Masche, doch glücklicherweise kommt sie nur sehr selten vor“, sagt Erwin Schmidt von der Schornsteinfegerinnung Stuttgart. Trotzdem rät er zur Vorsicht: „Die Menschen kennen ihren Kaminkehrer, und wenn plötzlich ein Fremder vor der Tür steht, sollte man zuerst einmal misstrauisch sein.“ Zudem seien Schornsteinfeger bei größeren Reparaturen verpflichtet, eine schriftliche Mängelmeldung zu verfassen, betont Schmidt. „Und Aufträge an Handwerker vergeben wir gar nicht.“
In Mayers Fall geht die Sache glimpflich aus. Er informiert die Polizei, und als die Handwerker tags darauf tatsächlich anrücken, ist die Schwester vor Ort. „Sie hat denen klargemacht, dass es hier nichts zu reparieren gibt. Nach einer kurzen Diskussion hat mein Vater schließlich hundert Euro bezahlt, und die Handwerker sind abgezogen“, erzählt Mayer. „Arbeiten wollten die gar nicht. Die hatten eine so kurze Leiter dabei, dass sie nicht mal aufs Dach gekommen wären.“
Mehr über die Geschichte von Rudolf Mayer (Name von der Redaktion geändert), warum er glaubt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, und was die Polizei zu dem Thema Kamin-Betrüger mitteilt, lesen Sie in der Ausgabe der Ipf- und Jagst-Zeitung / Aalener Nachrichten vom 16. Juli.
(Erschienen: 15.07.2010 17:20)
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